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"Hybrid-Reha" ersetzt bald Bremer Funkhaus

Eine verzahnte ambulante und stationäre Rehabilitation soll in Bremen an den Start gehen. Derzeit wird das ehemalige Funkhaus von Radio Bremen umgebaut.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:
Was die Bremer Stadtmusikanten wohl dazu sagen würden? Das ehemalige Funkhaus von Radio Bremen wird in die neue "Hybrid-Reha-Klinik" für orthopädische, geriatrische und kardiologische Patienten umgewandelt.

Was die Bremer Stadtmusikanten wohl dazu sagen würden? Das ehemalige Funkhaus von Radio Bremen wird in die neue "Hybrid-Reha-Klinik" für orthopädische, geriatrische und kardiologische Patienten umgewandelt.

© imagebroker / imago

BREMEN. Als "europaweit einzigartig" preist die Bremer Residenzgruppe ihr Projekt der kombinierten ambulanten und stationären Rehabilitation mitten in der Stadt Bremen.

In den ehemaligen Räumen von Radio Bremen-Hörfunk wandeln die Initiatoren derzeit 10.000 Quadratmeter Studios, Produktionsräume und Büros in eine Reha-Klinik mit 200 Betten um, die "Hybrid-Reha" anbieten soll, wie es heißt. Eröffnet werden soll im April dieses Jahres.

"Wir werden hier 200 Reha-Betten und 100 ambulante Rehaplätze für orthopädische, geriatrische und kardiologische Patienten zur Verfügung stellen", erklärte die Kardiologin und ärztliche Direktorin Dr. Manju Guha der "Ärzte Zeitung". Mit dem Paket wollen die Bremer die Kosten drücken und dennoch Geld verdienen.

"Laut Gesetzgeber sollen 20 Prozent der Reha-Leistungen ambulant erbracht werden, tatsächlich sind es aber nur drei bis fünf Prozent", so Guha. Die meisten stationären Einrichtungen verdienten ganz gut und wollten sich deshalb keine ambulante Versorgung ans Bein binden.

"Wir machen das jetzt; wir betreuen die Patienten gemischt, zunächst stationär und dann ambulant." So soll der teure Reibungsverlust zwischen ambulanter und stationärer Reha ausgeglichen werden. "Es ist eben teuer, wenn ein Patient eine feste Station verlassen soll und in der ambulanten Versorgung vieles noch einmal ganz von vorne begonnen werden muss.

Oft will der Patient nicht wechseln und fühlt sich rausgeschmissen", so Guha. "All diese Probleme entfallen bei unserer Kombination", ergänzt sie.

Der Markt für die Klinik ist da, meint Geschäftsführer Peter Stremmel. "Bei der geriatrischen Reha können wir den Kassen sehr viel Geld sparen, weil die meistens multimorbiden Patienten nicht mehr teuer von Klinik zu Klinik geschickt zu werden brauchen, sondern zu uns kommen." Patienten gebe es genug. "Allein die AOK belegt mit ihren Versicherten 100 Reha-Betten - außerhalb Bremens. Wenn wir diese Patienten betreuen, verdienen wir schon Geld."

Ein weiteres Standbein der Einsparungen, jedenfalls bei orthopädischen Patienten nach Hüft- und Knie-OP, ist ein Vertrag zur Integrierten Versorgung, den die Reha-Klinik mit einem operierenden Bremer Orthopäden eingehen will.

"Durch seine spezielle Technik schrumpft die Verweilzeit seiner Patienten in der Klinik auf drei bis fünf Tage", so Guha, "dann kommen sie zu uns. Wir können sie so versorgen, dass sie in der Regel im Laufe von zwei statt in vier Wochen wieder auf den Beinen sind."

 Nach der Betreuung durch die Reha-Klinik gehen die Patienten zurück in die Versorgung durch niedergelassene Ärzte. Vor allem die kurze Verweilzeit in der OP-Klinik spare Kassen Geld.

Die Rehaklinik indes muss die wirtschaftlichen Einbußen, die durch die kurzen Verweilzeiten der orthopädischen Patienten entstehen, durch eine höhere Patientenzahl ausgleichen. Eine Krankenstation mit zwölf Betten und die Komfort- und Premiumzimmer für Privatpatienten sowie ein Bewegungsbad werden in das alte Funkhaus integriert. Am Sendesaal entsteht ein Restaurant, das den Reha-Bereich in den Stadtteil öffnen soll.

Insgesamt 15 Vollzeitstellen für Ärzte sollen später in der Einrichtung angeboten werden. Manju Guha: "Acht Kolleginnen und Kollegen haben schon zugesagt, Gott sei Dank."

2007 verließ der Sender Radio Bremen die Räume, die jetzt umgebaut werden, und zog in ein neues Quartier direkt an der Weser. Zankapfel blieb der allseits gerühmte und inzwischen 50 Jahre alte Sendesaal von Radio Bremen, der zunächst einem Supermarkt weichen sollte.

Ein Großinvestor und die Residenzgruppe kauften das ganze Gelände, verkauften es an einen Fonds - die Sendesaal Karree GmbH, die auch Trägerin des rund 15 Millionen Euro teuren Umbaus ist. Von diesem Fonds mietet die Bremer Residenz-Reha-Kliniken GmbH die Gebäude.

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