Influenza

In Hessen gibt es wieder Grippe-Impfstoff

Hessische Ärzte können bei den Apotheken ab sofort wieder Grippeimpfstoff für die diesjährige Saison bestellen.

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Nach der Freigabe durch das Paul-Ehrlich-Institut können vermutlich schon Anfang Dezember hessische Apotheken wieder Grippeimpfstoffe ordern.

Nach der Freigabe durch das Paul-Ehrlich-Institut können vermutlich schon Anfang Dezember hessische Apotheken wieder Grippeimpfstoffe ordern.

© Ottmar Kittel / stock.adobe.com

OFFENBACH. In Hessen ist der Versorgungsengpass mit viervalenten Grippeimpfstoffen vorerst abgewendet: Wie der Hessische Apothekerverband (HAV) am Freitag mitteilte, „sind die Apotheken in der Lage, die Impfstoffversorgung der Arztpraxen wieder aufzunehmen“. Hersteller Mylan, diesjähriger Vertragslieferant der hessischen Apotheken, habe Produktchargen, die ursprünglich für den Export nach Polen und Griechenland bestimmt waren, umgeleitet, erläuterte HAV-Sprecherin Katja Förster auf Anfrage.

Das Paul Ehrlich Institut (PEI) habe die Chargen bereits geprüft und freigegeben. Nun müsse die Freigabe nur noch im Hessischen Staatsanzeiger veröffentlicht werden. Damit rechne der HAV zum Montag (3.12.). Ärzte könnten daher, so Förster, „ab sofort“ wieder Grippeimpfstoff in den Apotheken ordern.

Wie es in der HAV-Mitteilung weiter heißt, sei die Nachfrage nach Grippeimpfstoff in Hessen „zum jetzigen Zeitpunkt sehr hoch“. In einigen anderen Regionen dagegen, berichtet Förster, seien noch keine Engpässe ausgerufen worden. „Wir haben sehr schnell reagiert.“

Wegen der akuten Knappheit hatte das Bundesgesundheitsministerium offiziell einen Versorgungsmangel erklärt und am 23. November im Bundesanzeiger veröffentlicht. Damit wurde es möglich, alternative Bezugswege einzuschlagen und Vakzine-Produkte abweichend von den Regularien des Arzneimittelgesetzes in den Verkehr zu bringen.

Das PEI hatte zeitgleich verlauten lassen, „nicht von einem generellen Versorgungsengpass“ auszugehen. Dieses Jahr hat das Institut nach eigenen Angaben 15,7 Millionen Dosen Grippeimpfstoff freigegeben. „Das ist eine Million mehr, als sich im vergangenen Jahr Verbraucherinnen und Verbraucher insgesamt gegen Influenza haben impfen lassen“, so PEI-Präsident Professor Klaus Cichutek.

Appell an Ärzte: „Mutiger ordern&#8221

Beim hessischen Apothekerverband wehrt man sich auch gegen den hin und wieder geäußerten Vorwurf, die Impfstoffvereinbarungen der Apothekerverbände mit einigen Herstellern hätten den Engpass befördert. Die Zahl der Impfdosen im Rahmen von Betriebsvereinbarungen habe jedoch in den vergangenen Jahren stets zwischen 220.000 - 270.000 Impfdosen gelegen – ohne Engpassprobleme, so die HAV-Sprecherin.

Auch der HAV-Vorsitzende Dr. Holger Seyfahrt konstatiert: „In der Regel bestellen wir Apotheker ohnehin fünf bis zehn Prozent on top als Puffer zu den Praxisbestellungen an Grippeimpfstoffen – mit dem wirtschafltichen Risiko, auf Überbeständen sitzen zu bleiben.” Wenn allerdings generell zu knapp vorab geordert werde und dann die Nachfrage plötzlich um so größer sei, könne es trotzdem eng werden. Sein Appell an Ärzte: „Mutiger ordern”.

Im Vorfeld der neuen Chargenfreigabe hatte er die bayerische Initiative einer unbürokratischen Hilfe und Tauschbörse gelobt, allerdings für Hessen aufgrund weitgehend leerer Bestände als nicht sinnvoll beurteilt. (cw/run)

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