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SARS-CoV-2-Tests

Industrieverband verlangt Ausweitung der Kapazitäten für Corona-Tests

Mehr Corona-Tests nötig, oder das Ende der Fahnenstange erreicht? In Deutschland streiten Experten und Industrie über die richtige Teststrategie.

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Berlin. Die deutsche Industrie hat die Bundesregierung und die Länder wegen ihrer Strategie bei den Corona-Tests heftig kritisiert. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) eine Erhöhung der Testkapazitäten.

„Damit in den kommenden Monaten wirtschaftliche Aktivität möglich bleibt, muss insgesamt viel großflächiger und einheitlicher getestet werden“, sagte Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Die Bundesregierung hinke ihrem eigenen Anspruch, die Kapazitäten auf 4,5 Millionen Tests pro Woche zu steigern, „meilenweit hinterher“.

BDI warnt vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen

Die Verbandsvertreterin warnte vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. „Es darf nicht sein, dass Betrieben der Produktionsstopp droht, weil sich ihre Beschäftigten in Quarantäne begeben müssen aufgrund mangelnder Testkapazitäten, langwieriger Befundübermittlung per Fax und Telefon sowie lückenhafter Absprachen mit überlasteten Hausärzten und Gesundheitsbehörden“, so Plöger.

Bund und Länder müssten ihre gemeinsame Handlungsfähigkeit beweisen. „Die Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivität ist in Gefahr.“ Die BDI-Vertreterin warnte vor steigenden Infektionszahlen und kritisierte ein aus ihrer Sicht „noch immer nicht flächendeckend vorhandenes Testangebot“ für Reiserückkehrer.

Laborärzte verweisen auf begrenzte Kapazitäten

Experten haben unterdessen erneut auf begrenzte Testkapazitäten in der Corona-Pandemie hingewiesen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) können in Deutschland, zwar mittlerweile rund 1,2 Millionen Proben pro Woche untersucht werden. Diese Zahl beschreibe aber nur die maximale Kapazität, sagte der Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, der Wochenzeitung „Zeit“. „Die können wir nur kurzfristig zur Verfügung stellen, nicht dauerhaft.“

Müller warnte vor einer falschen Priorisierung der Kapazitäten. „Die Politik möchte immer, dass wir noch viel mehr testen“, sagte Müller. „Man muss sich aber fragen, ob das sinnvoll ist.“ So würden Testkapazitäten zum einen etwa dort verbraucht, wo es nicht unbedingt der Eindämmung der Pandemie diene. Zum anderen gebe es immer wieder falsche Ergebnisse, bei denen ein Test trotz Infektion negativ ist und Menschen unwissentlich andere infizieren. (dpa)

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