Marktforschung
Insolvenzrisiko der Apotheken weit unter gesamtwirtschaftlichem Mittelwert
So ist das mit dem Durchschnitt: Die einen liegen drüber, die anderen darunter. Aufs Ganze gesehen ist deshalb die wirtschaftliche Lage der Apotheken besser, als in deren Beschreibung durch die Standesvertreter.
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44 Apotheken mussten wegen schwerer finanzieller Schlagseite voriges Jahr schließen. Aufgegeben wurden allerdings sehr viel mehr.
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Karlsruhe. Anlässlich des heutigen, bundesweiten „Protesttags“ der öffentlichen Apotheken hat die Wirtschaftsauskunftei CRIF Zahlen zum Insolvenzgeschehen der Branche veröffentlicht. Danach mussten vergangenes Jahr 44 Betriebe Zahlungsunfähigkeit anmelden. – so viele wie im Beobachtungszeitraum seit 2008 noch nie. Insgesamt sei die wirtschaftliche Situation der freiberuflichen Pharmazeuten aber noch vergleichsweise gut, heißt es.
„Nach einer langen Phase weitgehend stabiler oder rückläufiger Werte zeigen sich seit 2023 deutliche Veränderungen: Auf 19 Insolvenzen folgten 40 Fälle 2024 und schließlich 44 in 2025“, berichten die Markbeobachter (siehe nachfolgende Grafik).
Diese Entwicklung lasse auf „veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen unter anderem durch steigende Personal-, Energie-, Miet- und Bürokratiekosten“ schließen.
Kostendruck „zunehmend sichtbar“
Nach aktuellen Zahlen der ABDA wurden 2025 bundesweit 502 Apotheken für immer dicht gemacht. Wobei der Dachverband aber nicht nach den verschiedenen Gründen einer Schließung differenziert. Insolvenzgefährdet waren 2025 der CRIF-Auswertung zufolge republikweit 246 Apotheken; dieses Jahr seien es Stand heute 277 (siehe nachfolgende Tabelle).
Aber: Gemessen an der Gesamtwirtschaft erweise sich der Medikamentenhandel aber noch als relativ resilient. „Während deutschlandweit 322.470 Unternehmen als insolvenzgefährdet gelten, was einem Anteil von 10,3 Prozent aller Firmen entspricht, fällt der Anteil insolvenzgefährdeter Apotheken mit 1,7 Prozent deutlich geringer aus.“
Fazit der Analysten: Apotheken seien zwar „strukturell widerstandsfähiger“ als viele andere Unternehmen. Gleichwohl dürfe die expansive Kostenentwicklung bei gleichzeitig ausbleibender Honoraranpassung „nicht unterschätzt werden“. Sie setze der Branche „zunehmend sichtbar zu“. (cw)







