Unternehmen

Investor will CompuGroup-Aktionären 22 Euro je Anteil bieten

Die CompuGroup Medical soll in das Beteiligungsportfolio des Luxemburger Investors CVC Capital Partners einrücken. Die Gründerfamilie Gotthardt behält jedoch vorerst die Aktienmehrheit.

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Koblenz. Der Finanzinvestor CVC Capital Partners will bei der CompuGroup Medical einsteigen. Anschließend soll die Aktie des auf Klinik-, Praxis- und Apotheken-IT spezialisierten Mittelständlers von der Börse gehen. Wie die CompuGroup zu Wochenbeginn bekanntgab, sei mit CVC Capital eine „strategische Partnerschaftsvereinbarung“ geschlossen worden, die dann in Kraft tritt, wenn CVC nach einem öffentlichen Übernahmeangebot mindestens 17 Prozent der CompuGroup-Anteile erhält.

Die Beteiligungsgesellschaft beabsichtige, 22 Euro in bar je Firmenanteil zu bieten. Was den Angaben zufolge einer Prämie von 51,1 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate entspricht. Die Annahmefrist beginnt voraussichtlich Ende Dezember.

Delisting-Angebot „zu gegebener Zeit“

Wie es weiter heißt, werde die Gründerfamilie Gotthardt und der mit ihr verbundene Anteilseigner Dr. Reinhard Koop, die aktuell zusammen 50,1 Prozent der Aktien besitzen, „ihre Mehrheitsbeteiligung an CompuGroup Medical behalten“. Firmengründer Frank Gotthardt bleibe Vorsitzender des Verwaltungsrats. sein Sohn Daniel Gotthardt CEO und Mitglied des Verwaltungsrats.

Nach Vollzug des Übernahmeangebots soll die CompuGroup-Aktie aus dem Handel genommen werden. Zu diesem Zweck werde „zu gegebener Zeit nach Abschluss des Übernahmeangebots“ ein Delisting-Angebot veröffentlicht. Außerdem habe man vereinbart, in den beiden ersten Jahren nach der Transaktion keinen Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrag einzugehen.

Kein frisches Geld aber mehr Planungssicherheit

Frisches Geld fließt dem Unternehmen durch den Einstieg des Luxemburger Investors keines zu. Wozu dann das Ganze? Von einem weiteren Ankeraktionär verspreche man sich „eine effizientere Kapitalstruktur“ und damit „größere Planungssicherheit“, betont CEO Daniel Gotthardt auf Nachfrage. Auch Wachstum durch Akquisitionen – wenngleich derzeit nicht aktuell – lasse sich mit einem finanzstarken Partner leichter stemmen. Nicht zuletzt bringe CVC viel Erfahrung aus der IT-Branche mit, von der man operativ profitieren könne.

Ein Ausstieg der Gründerfamilie werde mit der Partnerschaft jedenfalls nicht eingeläutet, versichert CEO Daniel Gotthardt. Er habe den Vorstandsvorsitz erst kürzlich – Anfang September dieses Jahres – übernommen, und könne sich „gut vorstellen, diesen Job noch sehr lange zu machen“. (cw)

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