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Jede fünfte Apotheke blockt Hilfsmittel-Lieferung ab

Einer aktuellen Umfrage zufolge lehnt jede fünfte Apotheke den Beitritt zu Hilfsmittellieferverträgen der GKV ab. Eine Windelbelieferung auf Rezept ist dann nicht möglich.

Von Ruth NeyRuth Ney Veröffentlicht:
Die Versorgung von Patienten mit Hilfsmitteln ist kein leichter Markt für Apotheken - oftmals sind die Lieferverträge unrentabel.

Die Versorgung von Patienten mit Hilfsmitteln ist kein leichter Markt für Apotheken - oftmals sind die Lieferverträge unrentabel.

© Jaimie Duplass / fotolia.com

BIELEFELD. Eine Befragung von rund 1000 Apothekenleitern im Auftrag von Kantar Health verdeutlicht, dass zwar 71 Prozent der Apotheken Arzneimittellieferverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen abgeschlossen haben - 39 Prozent alle relevanten Verträge, 32 Prozent nur ausgewählte Verträge.

Aber immerhin 18 Prozent - und damit fast jeder fünfte Befragte - gab an, jegliche Hilfsmittel-Vertragsbindung mit den gesetzlichen Kassen zu verweigern.

Die Krux vieler Lieferverträge sind nämlich die oft hohen Auflagen - angefangen vom Nachweis eines QMS und einer zusätzlichen Präqualifizierung über komplizierte Kostenvoranschläge bis hin zu sehr engen Preisvorgaben. Zudem sind die Verträge von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich.

Viele Apotheken stehen damit vor der Wahl, das Hilfsmittelrezept eines GKV-Patienten nicht beliefern zu dürfen und den Markt anderen zu überlassen oder unwirtschaftlich zu arbeiten.

Deutlich höherer Lageraufwand

Erst im Frühjahr hatte der Deutsche Apothekerverband (DAV) einen Liefervertrag der DAK über saugende Inkontinenzprodukte und Stomaartikel nicht angenommen, weil selbst bei den preiswertesten Produkten stets ein Kostenvoranschlag eingefordert wurde und die Kosten dafür allein die Apotheker tragen sollten.

Die monatliche Umfrage von Kantar Health hat zuletzt auch bestätigt, dass sich die Folgen der Rabattverträge für Apotheken unter anderem durch einen deutlich erhöhten Lageraufwand bemerkbar machen. In der Befragung im Februar hatten 63 Prozent der Apothekenleiter angegeben, dass sie aufgrund von Rabattverträgen ihr Warenlager aufstocken mussten.

Fast jeder Dritte gab an, seinen Lagerbestand um bis zu zehn Prozent erhöht zu haben, gut jede fünfte Apotheke hat zwischen elf und 20 Prozent mehr Ware an Lager. Jede neunte Apotheke stockte das Arzneimittellager sogar um mehr als 20 Prozent auf.

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