Arzt und Patient

Kein Vertrauensproblem

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Viele Patienten informieren sich vor und nach dem Arztbesuch im Internet. Für die meisten ist das längst selbstverständlich, wie der aktuelle Stada Gesundheitsreport erneut zeigt. Daraus aber eine Krise für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient abzuleiten, erscheint waghalsig.

Natürlich birgt das Internet Risiken für dieses Verhältnis, aber auch Chancen – etwa, wenn ein Patient die ärztliche Diagnose im Netz bestätigt findet. Die überwältigende Mehrheit der Patienten wird auch in Zukunft eher dem Arzt, als einer Ferndiagnose aus dem Internet vertrauen.

Der Arzt reicht vielen nicht mehr aus

Was den Ärzten tatsächlich zu denken geben sollte, ist ein anderes Ergebnis der Befragung: Viele Patienten gehen nicht mehr zu ihrer Vertrauensperson Arzt, weil sie mit zu langen Wartezeiten rechnen, weil sie zu den angebotenen Sprechstunden keine Zeit haben oder weil ihnen die in der Praxis vermittelten Infos nicht reichen.

Wenn ein Patient deshalb den Arztbesuch gegen eine Online-Recherche eintauscht, sollten Ärzte hellhörig werden. Das bedeutet nämlich: Der Patient wählt die schlechtere Lösung, weil die Hürden zur besseren zu hoch sind.

Ärzte könnten helfen, diese Hürden anzubauen – etwa durch flexiblere Öffnungszeiten für Berufstätige. Sie können auch mehr ergänzende Informationen liefern und den Patienten helfen, ihre Beschwerden zu verstehen. Damit hätten sie gute Chancen, ihre Vertrauensstellung zu festigen.

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