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Keine "Familienhilfe": Ärztenetze stehen Bahr bei

Der Vorwurf wiegt schwer: Gesundheitsminister Bahr mache mit der geplanten Förderung von Netzen Politik zugunsten seines Bruders. Davon könne keine Rede sein, kontern jetzt führende Ärztenetze.

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Daniel Bahr wird kritisiert - doch Ärztenetze kontern.

Daniel Bahr wird kritisiert - doch Ärztenetze kontern.

© dpa

NEU-ISENBURG (ger). Die im Versorgungsstrukturgesetz geplante Förderung von Praxisnetzen sei eine "Bruderhilfe" des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr (FDP) für den Netzmanager Dr. Thomas Bahr (Praxisnetz UGOM in Amberg). Dieser Vorwurf, der zunächst in der "taz" veröffentlicht worden ist, hat Manager führender Praxisnetze auf den Plan gerufen.

Die im Gesetz geplante Förderung werde gar nicht durch das Ministerium festgelegt, betonen die Netzmanager Helmut Hildebrandt (Gesundes Kinzigtal und OptiMedis), Dr. Veit Wambach (QuE in Nürnberg), Mark Kuypers (solimed in Solingen) und Professor Thomas Wolf (prowocon und MainArzt) in einer Stellungnahme auf Anfrage der "Ärzte Zeitung".

Gesondertes Honorar nur bei bestimmten Ergebnissen

Vielmehr hätten sich CDU und FDP darauf verständigt, dass die KVen die Möglichkeit erhalten, besondere Qualität und Verantwortlichkeit in der wohnortnahen Versorgung zu honorieren.

"Darauf können sich hausarzt-facharztübergreifende Ärztenetze bewerben und müssen dann auch bestimmte Ergebnisse zeigen, um die gesonderte Honorierung zu erhalten", schreiben die Netzmanager.

600 Netze in Deutschland

Außerdem gebe es rund 600 Ärztenetze in Deutschland, und nur "eines davon hat einen Geschäftsführer, der Thomas Bahr heißt".

Es entstehe der Eindruck, dass die Verunglimpfung "Familienhilfe" eher "von interessierter Seite aufgebracht wird, die über diesen Umweg die bessere Integration von Haus- und Fachärzten zugunsten einer Trennung in jeweils eigene Vertragssituationen behindern will".

Koordination der Behandlung über ein Netz kommt bei Patienten an

Die Ergebnisse in Praxisnetzen zeigten, dass eine Koordination der Behandlung über ein Netz bei Patienten ankommt in einer Verbesserung des Gesundheitsstatus und "dass dies bei den Krankenkassen die Kosten stabilisiert".

"Wenn die Kassenärztlichen Vereinigungen die Chance erhalten, Ärztenetze mit solchen Ergebnissen finanziell zu unterstützen, dann ist das ein guter Anreiz, der weitere Ärzte ermutigt, sich auf diesen - ganz schön aufwändigen - Weg zu machen, Versorgungsverantwortung für die Versicherten in ihrer Region zu übernehmen", schreiben die Netzmanager weiter in ihrer Stellungnahme.

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