Leichenschau

Keine höhere Infektionsgefahr durch COVID-19-Tote

Bei der Leichenschau von an COVID-19 Verstorbenen müssen keine speziellen Schutzmaßnahmen getroffen werden. Was gilt für das Ausstellen des Totenscheins?

Von Birgit Fenzel Veröffentlicht:
Leichenschau bei COVID-19-Verstorbenen: Was müssen Ärzte beachten?

Leichenschau bei COVID-19-Verstorbenen: Was müssen Ärzte beachten?

© Photographee.eu / stock.adobe.com

München. Wie soll mit an COVID-19 Verstorbenen umgegangen werden? Diese Frage beantwortet das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit einem kurzen Merkblatt auf seiner Webseite. Die Antwort fällt recht einfach aus: nach dem üblichen Prozedere. Verstorbene, die an COVID-19 erkrankt waren, stellen laut LGL aus hygienischer Sicht keine über die allgemeine Infektionsgefährdung hinausgehende zusätzliche Gefahr für den Umgang dar.

Dies bestätigt auch Dr. Petra Reis-Berkowicz, Vize-Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes. „Von der Leiche eines an COVID-19 Verstorbenen geht per se kein höheres Infektionsrisiko aus als bei anderen Todesursachen, da die üblichen Ausscheidungswege für das Virus wie Aushusten oder Ausatmen nicht mehr gegeben sind. Natürlich kann grundsätzlich jeder Leichnam Träger von Krankheitserregern und damit potenziell infektiös sein, was immer Hygienemaßnahmen erforderlich macht.“

Keine erweiterten Schutzmaßnahmen

Daher gelten laut Merkblatt grundsätzlich die in Paragraf 6 der Bestattungsverordnung vorgegebenen Regeln. Dazu gehört, geeignete Schutzausrüstung zu tragen, die vor allem aus einer flüssigkeitsdichten Schürze, Kittel und Einmalhandschuhen besteht. Bei der Gefahr aerogener Übertragung ist zudem vorgeschrieben, Atem- und Spritzschutz anzulegen.

Während sich das LGL bei den Reinigungsmaßnahmen nach Beendigung der Tätigkeit auf den Hinweis beschränkt, dass eine hygienische Händedesinfektion nach dem Ablegen der Einmalhandschuhe erforderlich ist, ist Paragraf 6 der bayerischen Bestattungsverordnung bezüglich der Maßnahmen ausführlicher: Neben der gründlichen Reinigung der Hände und Unterarme sollen auch die verwendeten Geräte und Schutzkleidung gesäubert werden.

Leichnam nicht hochkontagiös

Außerdem weist das LGL ausdrücklich darauf hin, dass es für das Ausstellen des Totenscheins keine Sonderregelung gibt. „Die Verstorbenen sind keinesfalls als hochkontagiöse Leichname mit entsprechender Kennzeichnung in der Todesbescheinigung zu behandeln“, heißt es dort.

„Als Todesursache wird in der Regel Atemversagen durch Pneumonie in Folge einer COVID-19-Infektion anzugeben sein und die jeweilige Grunderkrankung, zum Beispiel COPD, mit Angabe der Krankheitsdauer“, erklärt Hausärztin Reis-Berkowicz. „Speziell bei Fragen rund um die Leichenschau können sich Ärzte an die Bayerische Landesärztekammer wenden“, fügt sie hinzu.

Der Bayerische Hausärzteverband stellt auf seiner Homepage in einer Themenseite eine umfangreiche Informationssammlung zum Umgang mit COVID-19 zur Verfügung, darunter auch einen Link auf das LGL-Merkblatt. Auch die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) hat das Merkblatt an ihre Mitglieder verschickt.

Lesen sie auch
Mehr zum Thema

Interview mit Bayerns Hausärzte-Chef

Dr. Beier: „Die Corona-Impfstoffverteilung ist ein Irrsinn“

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Infusionen bei Long-COVID

Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die Coronakrise hat den Pflegekräften an der Charité zugesetzt. Um sie zu unterstützen, gehören inzwischen zehn Psychologen zum Team. Sorgen können dadurch unkompliziert in den Pausen angesprochen werden.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Supervision an der Kaffeetasse

Wie die Charité ihren COVID-Kräften Beistand leistet

Pandemiebedingt sind in den ersten neun Monaten die Arzthonorare bei den 102 Kassen nur um knapp 1,8 Prozent gestiegen. GKV-weit nahmen die Leistungsausgaben inklusive Verwaltungskosten um rund 4,8 Prozent zu.

© Stockfotos-MG / stock.adobe.com

Kassenfinanzen

Kassen bunkern noch 13,6 Milliarden Euro