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Klinik-Qualitätsberichte - warum sie keiner liest

Nicht immer wahrgenommen werden die Qualitätsberichte von Kliniken in der Öffentlichkeit. Das liegt zum Teil an Fehlern der Herausgeber.

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HAMBURG (di). "Qualitätsberichte sind natürlich kein Presseereignis", sagt Bernhard Koch. Als langjähriger Tageszeitungsjournalist kennt der Leiter der Unternehmenskommunikation der kommunalen Klinikgruppe Klinikum Region Hannover beide Seiten und hat keine überzogenen Erwartungen an die Berichterstattung. Das ist bei manchen Klinikverantwortlichen ganz anders: Wenn sie mit Hochglanzbroschüren über die Arbeit ihres Hauses berichten, erwarten sie von den Printmedien, dass dies auch Resonanz findet. Koch gab auf dem dritten Kommunikationskongress der Gesundheitswirtschaft in Hamburg aber zu bedenken, dass wegen der zunehmenden Arbeitsverdichtung in den Redaktionen kaum ein Journalist noch die Zeit habe, solche Werke zu lesen.

Auch Tobias Meixner, Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing der Helios Kliniken in Berlin, kennt diese Rahmenbedingungen. Um überhaupt eine Chance bei den Journalisten in der Hauptstadt zu haben, empfiehlt er Kliniken eine differenzierte Ansprache. Nach seinen Erfahrungen ist es wenig sinnvoll, von einem Qualitätsbericht zu erwarten, dass sich Mitarbeiter, Patienten, zuweisende Ärzte, Presse und Öffentlichkeit gleichermaßen dafür interessieren. "Botschaften für jede Zielgruppe" empfahl Meixner seinen Kollegen.

Es gibt aber auch positive Erfahrungen mit der Resonanz auf Qualitätsberichte. Deutlich wurde, dass ein regionales Klinikum in der Provinz besser wahrgenommen wird als Häuser in Metropolen - und damit auch Botschaften aus den Qualitätsberichten aufgenommen werden. Ein Pressesprecher berichtete, dass sein Haus den Qualitätsbericht regelmäßig zum Jahresauftakt vorstellt - mit Erfolg.

Die Klinik-Öffentlichkeitsarbeiter unterstrichen auch, dass mangelnde Transparenz die Chancen auf eine Berichterstattung verringert. Im Umkehrschluss müsse ein Klinikunternehmen dann aber auch bereit sein, sich der aus der Transparenz resultierenden Diskussion zu stellen. Als Vorreiter gilt in dieser Hinsicht Helios. Meixner: "Transparenz erzeugt auch Widerstände. Man darf keine Scheu vor der Diskussion haben."

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