Direkt zum Inhaltsbereich

Verordnungsentwurf

Krankenhäuser dürfen Vergütung im Praktischen Jahr entdeckeln

Erfolgreiches Lobbying der Medizinstudierenden: Ein Verordungsentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium ermöglicht Aufwandsentschädigungen im PJ über den BAföG-Höchstsatz hinaus. Auch die Fehlzeitenregelung soll flexibler werden.

Veröffentlicht:
Das Foto zeigt die Versorgung einer Patientin durch einen Arzt und eine Medizinstudentin im Praktischen Jahr.

Eine Medizinstudentin im Praktischen Jahr legt unter Aufsicht eines Arztes bei einer Patientin einen Gipsverband an.

© Guido Kirchner / dpa

Berlin. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd) meldet einen politischen Erfolg im Ringen um bessere Rahmenbedingungen für das Praktische Jahr (PJ). Das Bundesgesundheitsministerium greift im Entwurf der Verordnung zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen zwei alte Forderungen der Studierenden auf.

Die geplante Verordnung sieht zehn zusätzliche Fehltage im Krankheitsfall und eine Entdeckelung der Aufwandsentschädigung im PJ vor. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) halte damit ihr Wort, die Situation der mehr als 116.000 Medizinstudierenden zu verbessern, berichtet die bvmd.

Lesen sie auch

Da es sich beim PJ um Studienzeit und nicht um Arbeitszeit handele, sind die Fehlzeiten Abwesenheitszeiten, „die aus Sicht des Verordnungsgebers noch vertretbar sind, damit das Ausbildungsziel erreicht werden kann“, heißt es in der Verordnungsbegründung. Damit könnten in einem Ausbildbildungsabschnitt bis zu 30 Ausbildungstage angerechnet werden.

„Eine echte Erleichterung“

„Die neue Fehlzeitenregelung ist eine echte Erleichterung, weil nun endlich eine Krankmeldung möglich ist - ohne Sorge, dabei den Urlaub oder Lerntage vor dem dritten Staatsexamen (M3) zu verlieren“, erläutert Aljoscha Lorentz, Vizepräsident für Externes der bvmd. Aus Sicht der Bundesvertretung ist ein Mindestabstand von vier Wochen vor der M3 für eine gute Prüfungsvorbereitung „unerlässlich“.

Weiterhin soll mit der Verordnung die Deckelung der Geld- und Sachleistungen im PJ auf den BAföG-Höchstsatz (derzeit 992 Euro im Monat) aufgehoben werden. Durch die frei festzulegende Höhe der Entschädigung im PJ könnten insbesondere Krankenhäuser auf dem Land Anreize für Studierende schaffen. Die bvmd wirbt dafür, „mittelfristig“ müssten alle PJ-Studierenden „mindestens den BAföG-Höchstsatz erhalten“.

Lesen sie auch

Bis 12. Juni haben Verbände Zeit, beim BMG zum Entwurf Stellung zu beziehen. Zum 1. November 2026 soll die Verordnung in Kraft treten. Das Gesetz zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen war Ende März vom Bundestag verabschiedet worden.

Bisher ist die dokumentenbasierte Gleichwertigkeitsprüfung bei der Anerkennung von Berufsqualifikationen aus Drittstaaten langwierig und aufwändig. Deshalb sieht das Gesetz künftig die Kenntnisprüfung, also eine Berufszulassungsprüfung, als Regelfall vor. (fst)

Lesen sie auch
Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt

Aufnahme ins Wählerverzeichnis zur Kammerversammlung: Nicht per Eilantrag

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Approbationsordnung: Ist es endlich soweit?

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Sexuelle Belästigung: Mit wortgewaltiger Empörung ist es nicht getan

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Gastbeitrag

Bedenken gegenüber Digitalen Gesundheitsanwendungen anscheinend berechtigt

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Lesetipps
Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Fußballfans im Stadion jubeln.

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht