Direkt zum Inhaltsbereich

Israel

Krankenkassen treiben Pharma- und MedTech-Importe

Das Heilige Land bietet deutschen Medizintechnik- und Pharmaunternehmen ein großes Potenzial. Denn der Versorgungsbedarf wächst. Profitieren können auch Anbieter anderer Branchen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

JERUSALEM. Die vier in Israel tätigen Krankenkassen Clalit, Maccabi, Meuhedet und Leumit versichern nicht nur ihre Mitglieder, sondern erbringen auch selbst eine breite Palette medizinischer Leistungen.

Krankenkassen gehören eine große Zahl von Instituten und Apotheken sowie insgesamt 20 Krankenhäuser.

Sie sind daher nach Ansicht der deutschen Außenhandelskammer Germany Trade & Invest (gtai) interessante Geschäftspartner für Anbieter von Medizintechnik und Pharmaprodukten, aber auch für die Beschaffung einer Reihe anderer Produkte und Dienstleistungen.

Alle vier Krankenkassen verfügen über ein landesweites Netz von allgemeinmedizinischen ebenso wie von Fachkliniken, auch in der zahnärztlichen Versorgung.

Daher sind Krankenkassen in Israel, wie die gtai betont, wichtige Kunden für eine breite Palette von medizintechnischen Produkten, Medikamenten sowie für Produkte und Dienstleistungen in anderen Bereichen.

Krankenversicherungsgesetz als Basis

Zu den Grundlagen des israelischen Gesundheitswesens gehöre das Krankenversicherungsgesetz.

Es sehe vor, dass jeder Bürger oder ständige Bewohner Israels Anspruch auf eine vom Staat festgelegte, jährlich angepasste medizinische Leistungspalette, den sogenannten Gesundheitskorb, hat. Zu diesem Zweck müssen sich die Versicherten bei einer der Krankenkassen anmelden.

Die staatliche Leistungspalette sichere eine alles in allem angemessene medizinische Versorgung, weise aber auch Lücken auf.

Diese rührten vor allem von der zu langsamen Anpassung des Gesundheitskorbs an den technischen Fortschritt und an demografischen Wandel in der israelischen Gesellschaft her.

Daher schließen die meisten Krankenkassenmitglieder laut gtai bei ihrer jeweiligen Kasse auch eine Zusatzversicherung ab.

Da ein Großteil der dadurch gedeckten Leistungen von kasseneigenen Einrichtungen abgewickelt werde, stellten die Zusatzversicherungen nicht nur eine Einnahmequelle der Kassen dar, sondern hülfen ihnen auch, ihre medizinischen Dienste auszubauen.

Nach Angaben des Wirtschaftsinformationsdienstes Dun & Bradstreet Israel lagen die von den Krankenkassen erzielten Einnahmen 2014 bei umgerechnet 14 Milliarden US-Dollar.

Der Großteil der Einnahmen stammte demnach aus dem Gesundheitskorb, doch seien auch Einnahmen aus den Zusatzversicherungen und anderen Quellen dazugekommen.

Platzhirsch Clalit

Der mit Abstand größte Dienstleister unter den Krankenkassen sei die Clalit-Krankenkasse. Mit und 4,2 Millionen Versicherten sei sie für die medizinische Betreuung von nahezu der Hälfte der Landesbevölkerung verantwortlich.

Sie verfüge über ein Netz von rund 1300 Gesundheitszentren und 14 Krankenhäuser sowie mehr als 400 Fachinstitute und Labors.

Universalkrankenhäuser der Clalit arbeiteten mit Hochschulen zusammen und nähmen an Forschungsprojekten und klinischen Tests teil. Darüber hinaus besitze die Krankenkasse rund 400 eigene Apotheken.

All das macht die Clalit laut gtai auch zu dem unter allen Kassen größten Kunden für Medizintechnik und Pharmaerzeugnisse.

Vor allem im Krankenhausbereich fallen demnach umfangreiche Beschaffungsmaßnahmen auch in Bereichen wie Informationstechnologie Energieversorgung, Kühl- und Klimatechnik, Müllentsorgung und Logistik sowie Neubau- und Umbaumaßnahmen an.

Die entsprechenden Aufträge würden zentral von Clalit ausgeschrieben.

Das Beschaffungswesen der Kassen umfasse sowohl eigenständige Importe als auch die Beschaffung mit Hilfe eigenständiger Importeure. Das gelte für Medizintechnik ebenso wie für Pharmaprodukte.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Verwaltungsgericht Kassel

Keine Beihilfeleistungen für Stoßwelle gegen Alzheimer

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo VasioCore

© InMediq

inmediQ

VasioCore: Patientenspezifischer Cardiovascular Twin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Lilly

Lilly

Adipositassprechstunde systematisch umsetzen

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Maquet Otesus OP-Tischsystem

© Getinge Deutschland GmbH

Unternehmen im Fokus

Flexible und ökonomische OP-Tischsysteme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Getinge Deutschland GmbH, Rastatt
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Spurenelemente

Zink und Testosteron: Wann ist eine Substitution sinnvoll?

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Hände hallten Tablette in linker Hand und Glas Wasser in rechter Hand

© IQ-Photography / Generated with AI / Stock.adobe.com

Medikamentöse Adipositastherapie

Faktenckeck orales Semaglutid: Was es kann und wo der Haken ist