Corona-Prävention

Laborärzte: Antigenschnelltests zeigen kein klares Bild der Corona-Mutationen

Für die Labormediziner sind PCR-Tests unabdingbar, um der Verbreitung der Coronavirus-Mutanten auf die Spur zu kommen. Die Positivrate der Tests ist derweil weiter gesunken.

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Mit Gendiagnostik den Mutationen auf der Spur: Die Labore sehen derzeit Valenzen, mehr Tests zu machen und so mehr Klarheit über die Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens zu gewinnen.

Mit Gendiagnostik den Mutationen auf der Spur: Die Labore sehen derzeit Valenzen, mehr Tests zu machen und so mehr Klarheit über die Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens zu gewinnen.

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Berlin. Wo immer möglich, sollte bei Corona-Symptomen mithilfe von PCR auf das Virus getestet werden, fordert der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) angesichts der Verbreitung der Coronavirus-Mutationen in Deutschland. „Das PCR-Verfahren im medizinischen Labor ist der Goldstandard in der Coronavirus-Diagnostik“, so der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski.

Bei zunehmenden Mutationen mit einer deutlich höheren Ansteckungsgefahr stärke dies die Infektionsbekämpfung. „Wir unterstützen die Ankündigungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Coronavirus-Testverordnung: Binnen Wochenfrist soll die Verordnung dahingehend geändert werden, dass alle Menschen mit typischen Symptomen wieder im PCR-Verfahren auf das Coronavirus getestet werden können“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung von Dienstag.

ALM unterstützen RKI-Empfehlung

Die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e.V.) unterstützen dagegen vor allem die Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI), nach der positive Tests grundsätzlich mit einer PCR zu bestätigen und gemäß Infektionsschutzgesetz zu melden sind, heißt es in einer Mitteilung.

„Fließen diese Daten nicht in die Teststatistik ein und werden positive Tests nicht durch eine PCR bestätigt, können wir uns auch kein klares Bild von der Verbreitung der Mutationen machen“, betont ALM-Vorstand Evangelos Kotsopoulos.

SARS-CoV-2-PCR-Testungen weiter zurückgegangen

Beide Verbände hatten bereits Kritik daran geübt, dass laut der jüngsten Corona-Testverordnung auch Apotheken und Zahnärzte mit Schnelltests auf Corona testen dürfen, diese seien weder meldepflichtig noch meldefähig. Ausreichend Testkapazitäten für PCR-Tests seien auf jeden Fall vorhanden, betonen beide Verbände. Auch in dieser Woche stünden rund 1,9 Millionen Tests hierfür bereit, heißt es in der ALM-Mitteilung.

Die Anzahl der SARS-CoV-2-PCR-Testungen ist derweil auch in der vergangenen Woche weiter zurückgegangen: Der ALM-Datenanalyse zufolge wurden insgesamt 902.494 Tests durchgeführt. In der Vorwoche lag die Zahl noch bei 948.114. Die angeschlossenen Labore registrierten insgesamt 61.270 positive SARS-CoV-2-PCR-Tests (Vorwoche: 75.094). Die Positivrate sank damit von 7,9 auf 6,8 Prozent. (kaha)

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