Corona-Tests

Laborärzte fordern, Effizienz der Corona-Warn-App zu verbessern

Zu viel Datenschutz im Prozess? Wenn es nach den Laborärzten geht, sollten Nutzer der Corona-Warn-App in Zukunft die Weiterleitung von Daten ausdrücklich ablehnen, wenn sie diese nicht wünschen.

Veröffentlicht: 22.09.2020, 16:38 Uhr
Viele Bürger haben die Corona-Warn-App installiert. Doch die Ergebnisse können wegen fehlender Zustimmung oft nicht eingestellt werden. Der BDL fordert eine Änderung der App.

Viele Bürger haben die Corona-Warn-App installiert. Doch die Ergebnisse können wegen fehlender Zustimmung oft nicht eingestellt werden. Der BDL fordert eine Änderung der App.

© R7011 Ostalb Network / picture alliance / dpa

Berlin. Ein Opt-Out-Verfahren soll die Effizienz der Corona-Warn-App verbessern. Dies schlägt der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) vor. Künftig solle demnach bereits der der Download der App als Zustimmung gelten, dass Kontaktpersonen positiv getesteter App-Nutzer benachrichtigt werden. Wer dies nicht möchte, müsse ein entsprechendes Kontrollfeld ankreuzen, so der BDL.

Ebenso sollten auch die Laboranforderungen umgestaltet werden, die in Praxen und Corona-Testzentren auszufüllen sind, fordert der BDL. Bei dem Formular 10 C für Arztpraxen bzw. Formular OEGD für den Öffentlichen Gesundheitsdienst muss jeweils bislang die Zustimmung der abstrichgebenden Person für die Übermittlung möglicher positiver Ergebnisse angekreuzt werden.

Zustimmung zur Datenweitergabe nur für jeden zehnten Test?

„Das derzeitige Zustimmungsverfahren ist zu umständlich, wie die große Diskrepanz zwischen App-Nutzern und übermittelten Testergebnissen zeigt“, so der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski. Mit über 18 Millionen App-Downloads sei die Resonanz in der Bevölkerung gut. Jedoch liege nur für rund jeden zehnten Corona-Test auch eine Zustimmung zur Übermittlung an die App vor, so Bobrowski.

Die Entscheidung mehrerer Kassenärztlicher Vereinigungen, Teststellen in reine Abstrichstellen umzuwandeln und den Hausärzten die Entscheidung zu überlassen, wer dort getestet werden soll, sieht der BDL positiv. Konsequentes ärztliches Steuern des Testgeschehens mache das bundesdeutsche Testsysteme schneller und flexibler.

Geänderte Teststrategie enlastet Labor-Kapazitäten

Die Akkreditierten Labore in der Medizin ALM e.V. (ALM) meldeten in ihrer wöchentlichen Datenauswertung erstmals seit langem wieder sinkende Testzahlen. Nach der Auswertung von 158 teilnehmenden Laboren wurden in der 38. Kalenderwoche 965.363 Tests durchgeführt und damit fünf Prozent weniger als in der Woche davor. Dies sei eine Erleichterung, so Dr. Michael Müller, Vorsitzender des Anbieterverbands, aber noch keine Entwarnung, da die positiven PCR-Befunde um fast ein Drittel gestiegen seien.

Die Verringerung des Rückstaus der am Montagfrüh noch nicht befundeten PCR-Tests auf 12.617 (Vorwoche 32.400 Tests) sei Ausdruck der durch die geänderte Teststrategie nachlassenden Beanspruchung der Kapazitäten. Der Anstieg der Positivrate von 0,9 auf 1,2 Prozent sei ein Zeichen, dass die Teststrategie in die richtige Richtung gehe.

Die Auslastung der Labore betrage noch 80 Prozent (Vorwoche 86 Prozent). Die Testkapazität wurde nach Angaben des ALM auf 1.230.720 PCR-Tests ausgebaut. ( syc)

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