Direkt zum Inhaltsbereich

Digitalisierung „erlebbar“ machen

Lauterbach: Startschuss für E-Rezept noch in diesem Jahr

Gesundheitsminister Karl Lauterbach kündigt einen „Zwischenspurt“ an, bei dem bis Herbst mehrere Vorhaben angegangen werden sollen – darunter E-Rezept und eine Weichenstellung bei der elektronischen Patientenakte.

Veröffentlicht:
Einen „Zwischenspurt“ der Gesundheitspolitik hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach, hier ein Archivbild, angekündigt.

Einen „Zwischenspurt“ der Gesundheitspolitik hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach, hier ein Archivbild, angekündigt.

© Jens Krick / Flashpic / picture alliance

Berlin. Das elektronische Rezept (E-Rezept) soll noch in diesem Jahr flächendeckendend an den Start gehen. Mittlerweile seien zahlreiche Untersuchungen im Rahmen der Testphase des Angebots vorgenommen und weitere 10.000 E-Rezepte ausgewertet worden, sodass der Rollout bis Ende dieses Jahres erfolgen könne, kündigte Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach am Mittwoch vor Journalisten in Berlin an.

Damit einher gehe eine „erste erlebbare Nutzung der Digitalisierung“ durch die Patienten, zeigte sich der SPD-Politiker überzeugt. Anfang 2022 hatte Lauterbach den Rollout zunächst aufgrund technischer Probleme und geringer Testung gestoppt.

Tempo machen will die Ampel auch bei der Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitswesens (ÖGD). Lauterbach erklärte, für die überfällige Modernisierung stünden im Bundeshaushalt 800 Millionen Euro bereit. Diese müssten jetzt durch die Länder rasch abgerufen werden, um die Gesundheitsämter für die „Akutphase“ der COVID-19-Pandemie im Herbst organisatorisch gut vorzubereiten.

Lesen sie auch

Opt-out-Regelung entscheidet über Erfolg der ePA

Ein weiterer mittelfristiger Digitalisierungsschritt sei die Einführung der sogenannten Opt-out-Regelung bei der elektronischen Patientenakte (ePA): Damit stelle jeder Patient seine Gesundheitsdaten auf der Akte behandelnden Ärzten zur Verfügung – „es sei denn, er ist davon zurückgetreten, sodass die Daten dann nicht verwendet werden können“, erläuterte Lauterbach.

Die Opt-out-Regelung sei die „wichtigste gesetzliche Voraussetzung für den Erfolg der elektronischen Patientenakte überhaupt“, zeigte sich Lauterbach überzeugt. Ob die Digitalisierung in Deutschland gelinge, hänge im Wesentlichen von drei Fragen ab: „Kommt die Opt-out-Regelung? Kommt die Opt-out-Regelung? Kommt die Opt-out-Regelung?“

Sein Ministerium wolle die bevorstehenden Sommermonate für einen „Zwischenspurt“ nutzen, bevor sich die Pandemielage im Herbst erneut zuspitze und wegen steigender Infektionszahlen wieder in den gesundheitspolitischen Fokus rücke, betonte Lauterbach. Meter machen wolle die Ampel außer bei der Digitalisierung auch beim Umbau der Krankenhausstrukturen sowie beim Ausbau niedrigschwelliger Versorgungsangebote in sozialen Brennpunkten. Vorbild bei Letzterem könnten die Gesundheitskioske sein, die es bereits in Hamburg oder Essen gebe.

Lesen sie auch

Entwurf für GKV-Finanzierungsgesetz spätestens bis Ende Mai

Spätestens bis Ende Mai werde er zudem einen mit ihm abgestimmten Entwurf für ein GKV-Finanzstabilisierungsgesetz vorlegen, erklärte Lauterbach. „Ich lasse mich nicht drängen“, ging er dabei auf Rufe nach raschen Lösungsvorschlägen des Ministeriums ein.

Zunächst seien die finanziellen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auszuloten. Die Kosten des Krieges schlügen auch bei den Sozialversicherungen voll durch. Zudem kündige Lauterbach einen Gesetzentwurf zur Cannabis-Legalisierung und ein Gesetz zur Pandemiebekämpfung im Herbst an.

Zur geplanten Freigabe von Cannabis erklärte der Minister, der Schaden einer Nicht-Legalisierung – etwa durch den Verkauf verunreinigter Substanzen – könne womöglich größer sein, als Cannabis kontrolliert abzugeben. Ärzte sehen das Vorhaben kritisch und verweisen auf unterschätzte gesundheitsschädigende Folgen. (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinie

Wie Sie Schmerzen bei Demenz-Patienten erkennen

Gegen Über- und Unterversorgung

„Klug entscheiden“-Empfehlung zu Vorhofflimmern: Das steht drin

Lesetipps
Ein verschrumpelter roter Luftballon mit ganz wenig Luft.

© Jörg Lantelme / Stock.adobe.com

Von ungefährlich bis akut lebensbedrohlich

Leitsymptom Dyspnoe: So geht’s rasch zur richtigen Diagnose

Seltene Erkrankungen haben ihren Namen nicht umsonst. Zählt man sie jedoch alle zusammen, so sind es etwa 8.000 Erkrankungen mit rund 4 Millionen Betroffenen in Deutschland.

© Orawan / stock.adobe.com

Oft langer Weg bis zur Diagnose

Wie Sie Patienten mit seltenen Erkrankungen früher erkennen