Berufspolitik

MVZ-Ärztinnen und -Ärzte sehen sich durch Standesvertreter „verunglimpft“

In einem offenen Brief werden Kammern und KVen aufgefordert, die Debatte über MVZ mit Investorenbesitz sachlich zu führen statt pauschal über die eigenen Kollegen herzuziehen.

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Leitende MVZ-Ärzte sehen die Integrität ihrer Berufsausübung „von Vertretungen der ärztlichen Selbstverwaltungen ohne Faktengrundlage“ angezweifelt.

Leitende MVZ-Ärzte sehen die Integrität ihrer Berufsausübung „von Vertretungen der ärztlichen Selbstverwaltungen ohne Faktengrundlage“ angezweifelt.

© Armin Weigel/dpa/picture alliance

Berlin. Leitenden MVZ-Ärztinnen und -Ärzten geht das berufspolitische Dauerfeuer aus Kammern, Verbänden und KVen gegen institutionelles Beteiligungskapital allmählich zu weit: Sie sehen die Integrität ihrer Berufsausübung „von Vertretungen der ärztlichen Selbstverwaltungen ohne Faktengrundlage“ angezweifelt.

In einem am Donnerstag bekanntgewordenen offenen Brief appellieren rund 90 ärztliche MVZ-Leiterinnen und -Leiter an den Präsidenten der Bundesärztekammer und den KBV-Vorstand, „nicht länger über uns, sondern mit uns zu sprechen“. Man wünsche sich eine „sachliche und faktenbasierte Diskussion“. Insbesondere aber werden BÄK- und KBV-Spitze aufgefordert, sich „gegen eine Verunglimpfung unserer Arbeit einzusetzen und diese sofort einzustellen, soweit von ihnen oder ihren Mitgliedsorganisationen geäußert“.

„Stehen für ärztliche Unabhängigkeit ein“

Desweiteren betonen die MVZ-Leiterinnen und -Leiter, ihrer gesetzlich verankerten Weisungsfreiheit gerecht zu werden, weshalb auch bei MVZ mit Investorenbeteiligung nicht pauschal ein sittenwidriger Primat der Ökonomie unterstellt werden dürfe – wie vielfach durch Kritiker geschehen. Wörtlich heißt es: „Wir stehen dafür ein, dass die ärztliche Unabhängigkeit in medizinischen Entscheidungen gewahrt ist – unabhängig davon, ob der Träger oder Inhaber des MVZ eine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten, ein Krankenhaus oder eine Beteiligungsgesellschaft ist. Wir verwahren uns gegen Äußerungen, die den Anschein erwecken, wir würden dieser Aufgabe nicht nachkommen.“

Erst kürzlich hatte der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV), die Interessenvertretung von MVZ mit privaten Kapitalgebern, eine Umfrage unter angestellten Ärztinnen und Ärzten ihrer Mitglieder veröffentlicht. Deren Selbstwahrnehmung zufolge stehen, was Arbeitszufriedenheit und Therapiefreiheit angeht, investorengeführte MVZ ärztlich geführten Einrichtungen in nichts nach.

BBMV-Vorsitzende Sibylle Stauch-Eckmann: „Es ist nicht hinnehmbar, dass die ärztliche Tätigkeit der Kolleginnen und Kollegen allein aufgrund der Organisationsform der Praxen diskreditiert wird.“ (cw)

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