Direkt zum Inhaltsbereich

Medizinstudium 2020

Masterplan kommt – aber keiner will zahlen

Veröffentlicht:

BERLIN. Der Masterplan Medizinstudium 2020 wird am Freitag von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vorgestellt, seine Finanzierung ist aber weiter strittig, erfuhr die "Ärzte Zeitung".

Am Donnerstagmittag haben die Kultusminister im Umlaufverfahren dem Masterplan zugestimmt – wohl auch, weil Gröhe durch seine Terminsetzung politischen Druck erzeugt hat. Jetzt bescheiden sich die Kultusminister mit einer Protokollerklärung zum Masterplan, in der die Uneinigkeit mit den Gesundheitsministern nochmals verbrieft wird.

"Ich freue mich, dass dieser Finanzierungsvorbehalt dank des Einsatzes auch von Baden-Württemberg jetzt so deutlich von der Kultusministerkonferenz festgeschrieben wurde", sagte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) der "Ärzte Zeitung". Sie warnte, die Kosten der Umsetzung könnten "nicht an den bereits heute überlasteten Haushalten der Hochschulmedizin, der Universitätskliniken und der Wissenschaftsressorts hängen bleiben".

Vorvergangene Woche hatten die Kultusminister die Abstimmung über den Masterplan auf Druck von Bauer vertagt. Doch ein Durchbruch im Streit um die Finanzierung ist offenbar ausgeblieben. Der Medizinische Fakultätentag (MFT) hat gewarnt, ohne Abfederung der Folgekosten würde das Reformvorhaben ein "Papiertiger" bleiben. MFT-Generalsekretär Dr. Frank Wissing forderte im Interview mit der "Ärzte Zeitung", die "Scheinlösungen", die der Masterplan mit Blick auf Landarztquote oder PJ-Reform anbiete, "dürfen der Gesundheitspolitik nicht als Vorwand dienen, sich den eigentlichen Herausforderungen zu entziehen".

Die Kosten der Umsetzung alleine des ambulanten Pflichtquartals hat der MFT auf 30 bis 40 Millionen Euro pro Jahr beziffert. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hautkrebs

Wie sich das Bräunen im Solarium auf das Melanom-Risiko auswirkt

Lesetipps
Bakterien im Blutgefäß

© Artur / stock.adobe.com

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie

Grafik eines übergewichtigen Menschen und einem EKG

© Dr_Microbe/stock.adobe.com

Kardiometabolische Erkrankungen

Adipositas und Vorhofflimmern: Besteht ein direkter Zusammenhang?

Apixaban, ein orales Antikoagulans zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern.

© Soni's / stock.adobe.com

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?