Kürzere Wartezeiten

Mit A- und B-Überweisungen schneller zum Facharzt

In die Diskussion über zu lange Wartezeiten beim Facharzt hat sich die KV Mecklenburg-Vorpommern eingeschaltet. Sie verweist auf ihr eigenes Modell, das mit Erfolg Patienten schneller zum Facharzt bringt - mittels A- und B-Überweisungen.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Überweisung zum Facharzt: In Mecklenburg-Vorpommern hat man gute Erfahrungen mit A- und B-Überweisungen gesammelt.

Überweisung zum Facharzt: In Mecklenburg-Vorpommern hat man gute Erfahrungen mit A- und B-Überweisungen gesammelt.

© Marco Drux / fotolia.com

SCHWERIN. Die KV Mecklenburg-Vorpommern hat die von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) angekündigten Bemühungen um eine zügige Vermittlung zur medizinischen Versorgung begrüßt.

Zugleich bringt die KV im Nordosten ein eigenes Modell ins Spiel, das sich nach ihren Angaben "bestens bewährt" hat.

Das 2008 gestartete Modell räumt den überweisenden Ärzten die Möglichkeit ein, Terminanfragen in A- und B-Kategorien einzuteilen.

Patienten mit hochakuten Erkrankungen erhalten eine A-Überweisung und werden innerhalb eines Werktages vom Facharzt übernommen.

B-Termine werden an Patienten vergeben, bei denen sich bei einer laufenden Therapie eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingestellt hat. Diese Patienten erhalten innerhalb einer Woche einen Facharzttermin.

"Dadurch wird zwischen der gefühlten Dringlichkeit einer Behandlung vom Patienten und der tatsächlichen medizinischen Dringlichkeit unterschieden, weil immer ein Arzt sie einschätzt", teilte die KV hierzu mit.

Positive Resonanz

Die überweisende Praxis schickt relevante Hintergrundinformationen wie etwa diagnostische Maßnahmen und vorangegangene Therapien mit, die übernehmende Praxis koppelt Befunde und Behandlungsergebnisse an den überweisenden Arzt zurück.

Nach Angaben des KV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Eckert hat das Modell dazu geführt, dass sich die Wartezeiten für Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf deutlich verringert haben.

Seit 2011 ist das Überweisungsmodell auch Bestandteil von Vereinbarungen mit der AOK Nordost, der Techniker Krankenkasse und zahlreichen Betriebskrankenkassen.

Die Ärzte erhalten seitdem für Versicherte dieser Kassen bei einer A-Überweisung acht Euro (Überweisungsnehmer: zehn Euro) und fünf Euro (Überweisungsnehmer: sechs Euro) bei einer B-Überweisung.

"Wir gehen davon aus, dass das Modell die Versorgungssituation verbessert hat", sagte ein Sprecher der TK in Schwerin. Er verwies darauf, dass das Modell rund 1400 TK-versicherten Patienten pro Quartal einen schnelleren Termin ermöglicht hat.

Auch die AOK Nordost bestätigte auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" die positive Einschätzung der KV. Die Körperschaft hofft, dass sich weitere Krankenkassen an dem Modell beteiligen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen

„Sprechende Medizin“ beim Bayerischen Rundfunk

Hausarzt Schelling klärt im Radio über wichtige Gesundheitsthemen auf

Cochrane Review zu Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Kein Nutzen bei MCI, geringe Effekte auf Demenz

Lesetipps
Menschen im Park machen Qigong-Übungen

© zinkevych / Stock.adobe.com

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?