Ost-Ministerpräsidentenkonferenz

Ost-Länder votieren für deutlich höhere Landarztquote

Die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer wollen den Anteil der vorab vergebenen Medizinstudienplätze von 20 auf 30 Prozent steigern. Ziel ist es, die Bedeutung der Landarztquote zu erhöhen.

Veröffentlicht:
 Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, steht vor den Mikrofonen.

Formulierte als aktueller Vorsitzender der Ost-Ministerpräsidentenkonferenz die Änderungswünsche der fünf Regierungschefs: Reiner Haseloff (CDU, M), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.

© Christophe Gateau/dpa

Berlin. Die Ministerpräsidenten der Ost-Bundesländer drängen darauf, die Landarztquote massiv auszuweiten. Bei der Tagung der Ministerpräsidenten aus den fünf ostdeutschen Ländern (Ost-MPK) am Freitag sprachen sie sich dafür aus, die sogenannte Vorabquote bei der Verteilung der Medizinstudienplätze von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen.

„Hier müssen wir weiter bohren“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im Anschluss an die Ost-MPK mit Blick auf den bisher fehlenden Konsens unter allen Ländern. Bislang wird jeder fünfte Medizinstudienplatz vorab vergeben – dazu gehört eine Härtefallregelung, eine Regelung eigens für das Zweitstudium sowie Vorabquoten für die Bundeswehr und die Bundesländer.

Als problematisch bezeichneten die Regierungschefs der Länder weniger die Zahl der zur Verfügung stehenden Medizinstudienplätze, als vielmehr die „Verbleibsrate der Absolventen“ in den jeweiligen Ostländern.

Haseloff: Einige Punkte im KHVVG sind „hochproblematisch“

Skeptisch äußerte sich Haseloff zum geplanten Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz, über das die Ministerpräsidenten ebenfalls diskutiert hätten. Einige Punkte in der Gesetzesvorlage seien aus Sicht mehrerer Ostländer „hochproblematisch“.

Derzeit sei aber keine Mehrheit bei den Ländern erkennbar, um das Gesetz in den Vermittlungsausschuss zu schicken. Daher werde vermutlich die nächste Bundesregierung an dieser Stelle „dringend nacharbeiten“ müssen, sagte Haseloff vor Journalisten. In der gemeinsamen Mitteilung aller fünf Ostländer heißt es, durch die Reform wäre eine „flächendeckende Krankenversorgung nicht gesichert“.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Ostländer betonte der Ministerpräsident, Hindernisse bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland müssten dringend abgebaut werden, etwa mit Blick auf Visa-Verfahren oder die Anerkennung von Berufsabschlüssen.

Die Ostländer erwarteten an dieser Stelle Unterstützung bei der Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungs-Gesetzes durch den Bund und die Bundesagentur für Arbeit, heißt es. „Wir brauchen Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, nicht in die Sozialsysteme“, so der Haseloff. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Approbation

Berufszulassung für 377 Heilberufler in Thüringen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
In Deutschland gibt es immer weniger klinische Forschung. Was Deutschland hingegen zu leisten imstande ist, zeigte sich zuletzt bei der COVID-19-Pandemie: mRNA-basierte Impfstoffe wurden schnell entwickelt und produziert.

© metamorworks / stock.adobe.com

Handlungsempfehlungen

Deutschland-Tempo statt Bürokratie-Trägheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe