Pflege

PKV-Dienstleister will Pflegeberatung ausbauen

Es gibt Nachholbedarf bei der Beratung pflegebedürftiger Demenzpatienten und der Betreuung pflegebedürftiger Kinder, hat eine Untersuchung gezeigt.

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KÖLN. Das auf die Pflegeberatung von Privatversicherten spezialisierte Unternehmen Compass will seine Kompetenz im Bereich Demenz ausbauen. Auch für pflegebedürftige Kinder und ihre Angehörigen will es künftig Unterstützungsleistungen anbieten.

Compass Private Pflegeberatung ist ein Tochterunternehmen des Verbands der privaten Krankenversicherung. Es übernimmt für die PKV-Unternehmen die Pflegeberatung. Im vergangenen Jahr führten die Mitarbeiter rund 116.000 Beratungsgespräche. Die geplante Erweiterung der Kompetenzen ist eine der Konsequenzen, die das Unternehmen aus einer Evaluation seiner Beratungstätigkeit zieht. Dabei hat Compass gut abgeschnitten, an manchen Punkten hat sich allerdings noch Optimierungspotenzial gezeigt.

Beratungsqualität unter der Lupe

Compass hatte die Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen damit beauftragt, die Beratungsqualität zu untersuchen. Die Wissenschaftler hatten zum einen Kunden nach einer Beratung befragt. Zum anderen hatten anonyme Tester der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und eines Marktforschungsinstituts die Arbeit der Pflegeberater unter die Lupe genommen.

Die Auswertung von 674 Fragebögen zeigt, dass die Kunden mit der aufsuchenden Beratung sehr zufrieden waren. Die Berater erhielten im Durchschnitt eine 1,5 auf der Schulnotenskala. Sowohl bei der Zugänglichkeit der Angebote als auch beim Umgang mit den Kunden, der Qualität der Kommunikation und der Informationen sowie der Lösungskompetenz schnitten die Berater sehr gut ab.

Demenzberatung im Fokus

Etwas kritischer, aber immer noch gut bewerteten die anonymen Tester die Leistungen von Compass. Sie vergaben eine 2,3 als Gesamtnote, 75 Prozent würden das Unternehmen weiterempfehlen. Die Tester der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sahen gerade bei der demenzspezifischen Beratung noch Defizite. Die Apollon-Wissenschaftler unter Leitung von Professor Peter Michell-Auli halten deshalb eine Stärkung dieses Bereichs für sinnvoll. "Dies gilt sowohl für die beziehungsspezifische Qualität als auch für die Qualität der Informationen", heißt es im Evaluationsbericht.

Bei der deutlich kleineren Gruppe der pflegebedürftigen Kinder - auf sie entfallen rund zwei Prozent der Beratungen von Compass - plädieren die Wissenschaftler ebenfalls für eine stärkere Fokussierung. Sie sehen auch noch Potenzial für eine bessere Vernetzung der Compass Pflegeberatung mit anderen Beratungsinstitutionen. (iss)

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