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Re-Importeur Abacus plant  Börsengang

Den dänischen Pharmahändler Abacus zieht es an die Frankfurter Börse. Rund die Hälfte der Anteile soll in den Streubesitz übergehen.

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KOPENHAGEN/FRANKFURT. Der Parallelhandel mit Arzneimitteln ist eine wenig transparente Angelegenheit. Die allesamt privaten Branchenvertreter halten sich, was ihre Geschäftsentwicklung betrifft, gerne bedeckt. Umso mehr Beachtung kann sich der dänische Arbitragehändler Abacus Medicine erhoffen, der jetzt den Börsengang in Frankfurt plant.

Das 2004 gegründete Familienunternehmen bezeichnet sich selbst als das "am schnellsten wachsende Parallelhandelsunternehmen für Originalpharmazeutika in Europa". Man konzentriere sich, heißt es, auf mittel- bis hochpreisige Pharmazeutika – Apothekenabgabepreis pro Packung zwischen 500 und 3000 Euro – gegen Krebs, MS, rheumatoide Arthritis und Diabetes. Seit 2015 habe der Gesamtumsatz von Jahr zu Jahr um 50 Prozent zugelegt. 2017 erlöste Abacus 253 Millionen Euro – 60 Prozent in Deutschland – und erzielte einen Betriebsgewinn (EBITDA) von 9,4 Millionen Euro. Dieses Jahr werden zwischen 25 und 35 Prozent Umsatzwachstum erwartet. Im 1. Halbjahr seien die Erlöse bereits um 42 Prozent auf 161 Millionen Euro gestiegen.

Die Erstnotierung am regulierten Markt der Frankfurter Börse solle noch in diesem Jahr erfolgen. Ein Termin für den Beginn des Bookbuildings gebe es aber noch nicht, erklärte eine Firmensprecherin auf Anfrage. Geplant sei zum einen die Ausgabe neuer Aktien aus einer Kapitalerhöhung; darüber sollen dem Unternehmen 40 Millionen Euro zufließen. Außerdem werden Altaktionäre Anteile abgeben.

Die Gründerfamilie Wagner, die derzeit 92 Prozent am Unternehmen hält, wolle "eine bedeutende Beteiligung behalten". Ob es sich dabei in jedem Fall um eine Mehrheit der Stimmen handeln soll, wird nicht gesagt, lediglich, dass der Streubesitz nach dem IPO "voraussichtlich bei 50 Prozent liegen wird".

Das frische Geld will Abacus in die Marktexpansion sowie in neue Produktlizenzen investieren und darüber hinaus zwei neue Geschäftsfelder "mit hohen Margen" aufbauen: Einen Lieferdienst für pharmazeutische Vergleichspräparate, die zu klinischen Studienzwecken benötigt werden und eine Klinik- und Apothekenversorgung mit nicht oder noch nicht zugelassenen Arzneimitteln aus Märkten, in denen diese Produkte breits zugelassen sind. Das Marktpotenzial des erstgenannten Geschäfts betrage rund zwei Milliarden Dollar, heißt es, und könne laut Analystenschätzung bis 2025 auf 3,3 Milliarden Dollar anwachsen.

Für den Importhandel nicht zugelassener Produkte wird unter Bezugnahme auf Angaben des britischen Wettbewerbers Clinigen Group ein Marktvolumen in 2017 zwischen fünf und zehn Milliarden Dollar veranschlagt. (cw)

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