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Rhön-Uniklinik setzt Anwälte gegen Ärzte ein

In einem Internet-Blog und in TV-Beiträgen haben sie sich kritisch über die Qualität der Uniklinik Gießen und Marburg geäußert. Nun haben die Mitglieder von "Notruf 113", darunter Ärzte, Anwaltspost erhalten - die Rhön AG als Betreiberin wirft ihnen falsche Berichterstattung vor.

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Klinikum in Marburg: Der Betreiber Rhön findet die Art der Kritik von "Notruf 113" nicht angemessen.

Klinikum in Marburg: Der Betreiber Rhön findet die Art der Kritik von "Notruf 113" nicht angemessen.

© imagebroker / imago

MARBURG (ine). Mitglieder des "Notruf 113 Gesundheit in Gefahr", einer Marburger Initiative von Ärzten und Bürgern, die sich immer wieder zur Qualität der medizinischen Versorgung am privatisierten Universitätsklinikum Gießen und Marburg kritisch äußern, haben in den vergangenen Wochen ein Schreiben von Anwälten der Rhön AG erhalten.

Darin wurden sie aufgefordert, ihre Vorwürfe zu unterlassen. "Es geht uns alleine um eine korrekte Berichterstattung", sagt dazu Frank Steibli, Leiter der Kommunikation des Uniklinikums in Gießen.

Unter anderem, so Steibli, hätten drei niedergelassene Marburger Ärzte in regelmäßigen Abständen das Uniklinikum öffentlich - unter anderem in zwei TV-Reportagen - kritisiert, und zwar "ohne zuvor unser Gesprächsangebot zur Klärung von Vorwürfen zu nutzen."

Die Aussagen hätten von den Kritikern auch nicht belegt werden können. "Unser Unternehmen wurde dadurch in seinen Rechten verletzt und die Arbeit der Mitarbeiter diskreditiert." Die Ärzte seien deshalb aufgefordert worden, Unterlassungserklärungen zu unterschreiben.

Die Ärzte des Internetblogs "Notruf 113" hatten unter anderem in einem Beitrag des ARD-Politmagazins "Monitor" im April 2010 behauptet, dass Patienten der Uniklinik aufgrund Personalmangels nicht ordnungsgemäß gepflegt werden können.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Thomas Spies hat alle Beteiligten aufgefordert, sich an einem Runden Tisch zu treffen und "offen und mit sachlichen Argumenten" über die medizinische Versorgung zu diskutieren.

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