DKG-Umfrage

Routinemäßige COVID-19-Tests nur in jeder zweiten Klinik

Eine Blitzumfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft zeigt: Stationäre Patienten wurden nur von rund jeder zweiten Klinik auf SARS-CoV-2 getestet. Bei den Tests für Mitarbeiter sieht es noch schlechter aus.

Von Christiane Badenberg Veröffentlicht: 07.07.2020, 15:31 Uhr
Routinemäßige COVID-19-Tests nur in jeder zweiten Klinik

Test auf SARS-CoV-2: Nur vier Prozent der Kliniken testete auch seine Mitarbeiter regelhaft auf das Virus.

© Claus Schunk / SZ Photo / picture alliance

Berlin. Nur etwa jedes zweite Krankenhaus in Deutschland hat seine stationären Patienten routinemäßig auf SARS-CoV-2 getestet. Das geht aus einer Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hervor.

Schwerpunktmäßig bei Angehörigen von Risikogruppen wurde in 73 Prozent der Krankenhäuser getestet und in 98 Prozent, wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus vorlag.

An der Umfrage haben sich Anfang Juni dieses Jahres 724 Kliniken beteiligt. Die Zahlen könnten mittlerweile allerdings gestiegen sein, da seit dem 8. Juni durch eine Verordnung aus dem Bundesgesundheitsministerium ein Test Teil der Krankenhausbehandlung ist und die Kosten von den Kassen zu tragen sind.

Test für alle Mitarbeiter – selten

Etwa 40 Prozent der Kliniken haben ihre Patienten bis zum Vorliegen eines Testergebnisses auf einer separaten Station aufgenommen, in den übrigen Krankenhäusern wurden sie – mit Ausnahme von Verdachtsfällen – direkt auf die behandelnde Station geschickt.

Zum Zeitpunkt der Befragung wurden auch die Mitarbeiter der Kliniken eher selten routinemäßig auf SARS-CoV-2 getestet. 58 Prozent der Krankenhäuser gaben an, schwerpunktmäßig Mitarbeiter mit direktem Kontakt zu infizierten oder eventuell infizierten Patienten zu testen. Zwölf Prozent nahmen Tests bei Mitarbeitern mit Patientenkontakt. Routinemäßig alle Mitarbeiter wurden nur in vier Prozent der Kliniken auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 überprüft.

Bei der Frage, welche Probleme sie mit den Tests haben, nannten 85 Prozent die Überleitung von Patienten an ambulante oder stationäre Pflegeeinrichtungen sowie längere Aufenthalte der Patienten, weil die Testergebnisse noch nicht vorlagen. Einige Kliniken klagten, dass Pflegeeinrichtungen zwei negative Corona-Tests vor der Entlassung verlangen würden.

Kliniken mit eigenem Labor sind bei der Zeitfrage klar im Vorteil. Von ihnen gaben 87 Prozent an, dass die Testergebnisse innerhalb eines Tages vorlagen. Allerdings nutzen 73 Prozent der Krankenhäuser externe Labore. Da kann es in Einzelfällen vier Tage dauern, bis ein Ergebnis vorliegt.

Explodierende Kosten

Etwa jedes vierte Krankenhaus hat sich über die Kostenentwicklung für persönliche Schutzausrüstung während der Pandemie beklagt. So berichtete ein Krankenhaus, dass die Preise für den Mund-Nasen-Schutz von vier Cent auf 50 Cent gestiegen seien, für Schutzkittel habe man statt 58 Cent plötzlich sieben Euro bezahlen müssen – eine Preissteigerung von 1100 Prozent. Für FFP2-Masken wurden plötzlich 4,98 Euro statt 1,68 Euro berechnet (plus 200 Prozent).

Viele Kliniken finden die freizuhaltenden Kapazitäten zu hoch angesetzt. Hinzu käme die Schaffung von separaten Bereichen für neue Patienten, bei denen noch kein Negativbefund vorläge sowie von Quarantänezimmern für infizierte Patienten.

Damit stünden weniger Plätze für die Regelversorgung zur Verfügung. Die Versorgung im Mehrbettzimmer sei kaum noch möglich.

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