Shanghai hat die Welt zu Gast: Expo 2010 und China sind auch ein Fall für Reisemediziner

Am 1. Mai fällt der Startschuss für die Weltausstellung in Shanghai. Reisemediziner können Patienten, die die Expo 2010 zum Anlass für einen China-Tripp auch ins Landesinnere nehmen, mit einer Beratung sinnvoll unterstützen.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel und Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Ein Feuerwerk soll wie hier bei der Probe die Expo-Eröffnung umrahmen. © dpa

Ein Feuerwerk soll wie hier bei der Probe die Expo-Eröffnung umrahmen. © dpa

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Am Samstag ist es so weit: Zur Weltausstellung Expo 2010 erwartet Shanghai bis Ende Oktober offiziellen Angaben zufolge etwa 70 Millionen Besucher. Fünf Prozent davon sollen aus dem Ausland in das Reich der Mitte kommen, um sich die Pavillons von 242 Ländern und internationalen Organisationen - darunter sind das Rote Kreuz und die Vereinten Nationen - anzuschauen. Das Motto der Expo lautet "Better City, Better Life".

Pavillon für Menschen mit Behinderung feiert Premiere

Erstmals in der rund 160-jährigen Geschichte der Weltausstellungen widmet sich die Expo dem Zukunftsthema Mobilität für Menschen. Im "Life & Sunshine Pavilion" geht es rund um die Belange von Menschen mit Behinderung. Konzeptionell betreut wird dieser Teil der Expo von dem deutschen Medizintechnikunternehmen Otto Bock, Hersteller von Orthesen, Rollstühlen sowie Neuroimplantaten und nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Technischen Orthopädie/Prothetik.

Die Expo 2010 entpuppt sich zumindest bei manchen großen Reiseanbietern als touristisches Zugpferd, das Besucher aus Deutschland nach Shanghai lockt. So verzeichnet Meiers Weltreisen nach eigenen Angaben bei Shanghai-Reisen seit Herbst 2009 zweistellige Buchungszuwächse. Die Erfahrung zeige auch, dass große Ereignisse, die im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen, immer das Reisegeschäft beflügeln - und zwar im Nachhinein. So verzeichnete TUI nach der Sommer-Olympiade in Peking 2008 einen spürbaren Anstieg von Reisen in die chinesische Hauptstadt wie auch generell nach China. Eines ist aber - Expo hin oder her - unbestreitbar: China-Reisen stehen bei vielen deutschen Urlaubern hoch im Kurs. Tendenz steigend.

Mit der Lust am Erkunden im Reich von Maos Erben kommt für Abenteuerurlauber auch die Last, sich mit den vielfältigen Krankheitsrisiken in der Volksrepublik auseinanderzusetzen. Hier sind Reisemediziner gefragt.

Im Zusammenhang mit der Expo 2010 in Shanghai lässt sich übrigens auch mit einem selbst gestalteten Wartezimmer-Aushang oder einem Info-Flyer am Praxistresen kostengünstig auf das entsprechende reisemedizinische IGeL-Angebot hinweisen. Darin sollte auch der Hinweis nicht fehlen, dass für manche Impfungen eine Vorlaufzeit vor Reiseantritt notwendig sein kann. So können Patienten langfristig planen.

Gruppen- und auch Individualreisen sind heute in großen Teilen Chinas möglich. Anders als die Millionenstädte im Osten sind die westlichen zwei Drittel des Landes noch unterentwickelt. Das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf beschreibt die medizinische Versorgung inklusive der Hygienestandards als "extrem einfach bis schlicht nicht existent". Hinzu kommt, dass Ärzte dort meist nur Mandarin sprechen und westliche Arzneien und Impfstoffe oft nicht zu bekommen sind.

Reiseapotheke dient der optimalen Prophylaxe

Bei Reisen ins Landesinnere unter einfachen Bedingungen ist daher eine optimale Gesundheitsprophylaxe zu empfehlen. "Wichtig ist eine Reiseapotheke, mit der man eine gewisse Zeit ohne medizinische Versorgung auskommt", sagt der Reisemediziner Dr. Ulrich Klinsing aus Frankfurt am Main. Sie sollte mindestens Durchfall-, Fieber- und Schmerzmittel sowie Verbandstoff, Pflaster und Wunddesinfektion enthalten, außerdem die Präparate, die der Reisende ständig nehmen muss. Treten gravierende medizinische Probleme auf, müssen Patienten meist so schnell wie möglich ausgeflogen werden. Bei der reisemedizinischen Beratung sollte daher der Abschluss einer guten Reisekrankenversicherung angeraten werden.

Reisende sollten die in Deutschland empfohlenen Standardimpfungen haben. Zusätzlich ist der Schutz gegen Hepatitis A und B sowie gegen Typhus zu empfehlen. Die Tollwutrate in China ist hoch. "Da im Landesinneren überall mit streunenden Hunden zu rechnen ist, sollte auch der Tollwutschutz erwogen werden", betont Klinsing. Ist ein sehr enger Kontakt zur ländlichen Bevölkerung absehbar, dann kann auch eine Impfung gegen das von Mücken übertragene Japanische-Enzephalitis-Virus (JEV) sinnvoll sein.

http://en.expo2010.cn

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