Simulationsstation bereitet Studenten auf Klinikalltag vor

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Unter dem Namen PJ-STArT-Block durchlaufen je 24 Studierende für eine Woche verschiedene Szenarien in der Simulationsstation in Köln.
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Unter dem Namen PJ-STArT-Block durchlaufen je 24 Studierende für eine Woche verschiedene Szenarien in der Simulationsstation in Köln. © Rodriguez / fotolia.com

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KÖLN (acg). Wie füllt man eigentlich Patientenakten aus? Medizinstudenten lernen solche Dinge häufig nicht im Studium. In Köln ist das anders. Auf der Simulationsstation können viele Situationen des Alltags geprobt werden.

Der junge Arzt erklärt dem Patienten während der Visite gerade seinen Therapievorschlag. Der ältere Herr leidet seit Längerem unter ständigen Rückenschmerzen. Da geht der Pieper los. In einem anderen Zimmer der Station hat sich der Zustand einer Patientin verschlechtert - der Arzt muss gleich los. Er reagiert hektisch. Blitzschnell muss er umschalten, einerseits dem Patienten erklären, warum er seine Visite abbricht, andererseits sich schon auf den neuen Fall einstellen.

Was aussieht wie richtiger Klinikbetrieb, ist auf Ebene 13 des Bettenhauses der Uniklinik Köln Übung für den Ernstfall. Hier gibt es seit Kurzem eine Simulationsstation, die Medizinstudenten vor Beginn ihres Praktischen Jahres (PJ) auf den ärztlichen Alltag vorbereiten soll. "Das Medizinstudium ist sehr theoretisch angelegt", sagt Dr. Christine Schiessl, Sprecherin des Projektes. "Auf der Station sollen die Studenten lernen, das Wissen gebündelt anzuwenden - also gleichzeitig mit einem Patienten zu sprechen, sich Gedanken über die Ursache seiner Schmerzen zu machen und über eine geeignete Therapie nachzudenken."

Unter dem Namen PJ-STArT-Block (Schlüsselkompetenz-Training und -Anwendung in realitätsnahen Tagesabläufen) durchlaufen je 24 Studierende für eine Woche verschiedene Szenarien, wie sie in einer Klinik täglich vorkommen. Finanziert wird das Projekt aus Studienbeiträgen. "In den ersten zwei Jahren fördern wir den PJ-STArT-Block mit rund 550 000 Euro", so Dr. Christoph Stosch vom Studiendekanat der Medizinischen Fakultät.

Der Tag beginnt mit der Morgenbesprechung, in der die Studenten erfahren, wie die vergangene Nacht verlaufen ist, ob neue Patienten aufgenommen wurden oder ob sich der Zustand eines Kranken verschlechtert hat. Anschließend beginnt die Visite. Die Studenten besuchen die Patienten in Kleingruppen, sprechen mit ihnen über ihre Beschwerden, müssen auch mal Fremdwörter erklären oder sich mit schwierigen Angehörigen auseinandersetzen. Meistens ist ein Dozent als Moderator dabei. Der überwacht, dass die Situation nicht aus dem Ruder läuft, etwa, wenn ein Student eine völlig falsche Diagnose stellt. Am Ende gibt es ein Feedback, vom Dozenten und vom Patienten - eine Möglichkeit, die Sebastian Roeschel besonders schätzt. Er hat als Student die Simulationsstation durchlaufen und jetzt steht er kurz vor Beginn seines PJ. "Im echten Leben sagt einem kein Kranker, ob man seine Sache gut gemacht hat." Die Patienten sind Schauspieler, die ihre Rolle täuschend echt spielen. "Ich habe ganz schnell vergessen, dass die nur spielen, die Situation ist sehr realistisch nachgestellt", so Roeschl.

Roeschel empfindet die STArT-Block-Woche als sehr hilfreich für die künftige Arbeit in der Klinik. "Hier musste ich das erste Mal eine Patientenakte ausfüllen", sagt er. Manchmal bereiten die Dozenten überraschende Ereignisse vor. "Einmal klingelte mitten in der Visite das Handy mit einem Angehörigen am anderen Ende der Leitung, der Auskunft über den Zustand eines Patienten haben wollte", berichtet Roeschel. "Da mussten wir schnell reagieren - viele haben in der Stresssituation vergessen, dass sie telefonisch keine Auskünfte geben dürfen und haben munter drauflos erzählt." Probleme haben Studierende oft mit Fällen, die von einfachen Gesprächen abweichen, etwa, wenn sie einem Patienten sagen müssen, dass er nicht mehr lange zu leben hat. "Deswegen bieten wir innerhalb des Projekts ein eigenes Modul an, in dem die Studierenden lernen, sich mit Tod und der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen", sagt Schiessl.

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