Häusliche Gewalt

Spuren schon beim Hausarzt sichern

In NRW werden Ärzte gesucht, die ein neues System zur Beweissicherung und Dokumentation bei Gewaltopfern testen.

Veröffentlicht: 14.06.2016, 13:43 Uhr

KÖLN. In Nordrhein-Westfalen können Ärzte in Praxis und Klinik dazu beitragen, die Beweissicherung bei Gewaltopfern zu verbessern. Die Rechtsmediziner der Uniklinik Düsseldorf suchen Kollegen, die bereit sind, die Praxistauglichkeit eines neuen, webbasierten Informations- und Dokumentationssystems zu testen.

Das "intelligente Gewaltopfer-Beweissicherungs- und Informationssystem" (iGOBSIS) ist 2014 vom Düsseldorfer Institut für Rechtsmedizin und dem Fachbereich für Medizinische Informatik der Fachhochschule Dortmund im Auftrag des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums entwickelt worden.

Damit soll die vertrauliche und anonymisierte Spurensicherung nach Vergewaltigungen oder anderen Formen häuslicher und sexualisierter Gewalt standardisiert und Ärzten flächendeckend zugänglich gemacht werden.

iGOBSIS bietet Nutzern eine telemedizinische Führung durch die Untersuchung von Gewaltopfern, die Spurensicherung sowie die gerichtsfeste Dokumentation. Gleichzeitig können sich Ärzte von Rechtsmedizinern beraten lassen. Das System ist zwei Jahre lang in einigen Praxen und Kliniken getestet und weiterentwickelt worden. Jetzt sollen interessierte Ärzte die Anwendungen im Praxisalltag evaluieren.

Die Initiatoren hoffen, 50 Praxen und 25 Kliniken für die Mitarbeit zu gewinnen. Hauptzielgruppen sind Gynäkologen, Allgemeinmediziner und Pädiater.

Die Mediziner benötigen lediglich einen internetfähigen Computer. Das System ist weitestgehend selbsterklärend. Die Ärzte erhalten aber eine Schulung und eine Vor-Ort-Ertüchtigung.

Außerdem stehen bei Fragen und Problemen rund um die Uhr Rechtsmediziner für eine telefonische Beratung bereit. Teilnehmende Ärzte können iGOBSIS nach Abschluss des Projekts weiter nutzen. (iss)

Weitere Informationen: 02 11 / 8 11 77 11 und http://gobsis.de/

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