Bewertungsportale

Überwiegend Lob für Ärzte

Eine Studie des Online-Bewertungsportals Jameda zeigt: 80 Prozent der Freitextkommentare von Patienten sind positiv. Kritisiert werden zu lange Wartezeiten in der Arztpraxis.

Von Marco Hübner Veröffentlicht:
Meinung per Mausklick: Auf Bewertungsportalen können Patienten auch persönliche Erfahrungen mitteilen.

Meinung per Mausklick: Auf Bewertungsportalen können Patienten auch persönliche Erfahrungen mitteilen.

© dpa

NEU-ISENBURG. Vor allem drei Themen haben Einfluss auf die Zufriedenheit von Patienten mit Ärzten: Subjektiv empfundene Fachkompetenz, Freundlichkeit des Arztes und die Zeit, die sich der Behandler für seine Patienten nimmt.

Das ist Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Online-Bewertungsportals Jameda und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zu Freitextkommentaren von Patienten zu Arztbewertungen auf www.jameda.de.

Mit einem Anteil von 62 Prozent äußerten sich Patienten in Freitextbewertungen am häufigsten über die von ihnen subjektiv empfundene Fachkompetenz der Ärzte. Dabei geht es mehr um Lob als um Kritik, teilt Jameda mit. 83 Prozent der Kommentare fallen positiv aus. An zweiter Stelle im Interesse der Patienten stehen "Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen des Arztes".

38 Prozent gingen in ihrem Text auf dieses Thema ein. Auch hier überwog das Wohlwollen mit einem Anteil von 86 Prozent positiver Kommentare. Auch wenn es um die Zeit geht, die sich Ärzte im Behandlungszimmer nehmen, fallen die Wertungen überwiegend positiv aus.

Klingen in den Kommentaren dissonante Töne an, dann handele es sich den Forscher zufolge im Wesentlichen um zwei Aspekte in der Praxis: Wartezeiten (Praxis und Termin) und Kommunikation mit dem Arzt werden am häufigsten beanstandet. Jeder fünfte Kommentar befasst sich mit Wartezeiten und davon fallen 41 Prozent negativ aus.

Insgesamt fallen jedoch 80 Prozent der Kommentare positiv aus, vier Prozent der Kommentare waren neutral gehalten und lediglich 16 Prozent der Patienten kritisierten ihre Ärzte.

Ergebnis: 2 plus

In der Analyse wurden 3000 Freitextkommentare aus 2012 ausgewertet, die Patienten auf jameda.de abgegeben hatten. Basis für die Stichprobe waren etwa 127.000 Online-Bewertungen für knapp 54.000 Ärzte von mehr als 100.000 Patienten.

Die Analyse der Freitextkommentare bestätigt das Ergebnis des Patientenbarometers von Jameda für das erste Quartal 2014. Dies zeigt, wie Patienten ihre Ärzte auf dem Portal anhand einer Schulnotenskala bewertet haben. Ergebnis: 2 plus.

Immer mal wieder ärgern sich Ärzte jedoch über die Freitextkommentare. Ein Kommentar eines Patienten auf dem Bewertungsportal Sanego hat es sogar bis vor den Bundesgerichtshof geschafft. Dort verlangt ein Arzt Auskunft über einen Verfasser eines anonymen Kommentars mit negativer Wertung.

In der Regel könnten beide Seiten von den Freitextkommentaren profitieren, sagt Studienleiter Professor Martin Emmert. "Die Kommentare liefern Ärzten wichtige Hinweise, wie sie die Zufriedenheit ihrer Patienten verbessern können."

Auch für die Patienten hält er die Kommentarfunktion für wichtig: "Sie helfen, die Notenvergabe differenziert zu begründen oder persönliche Erfahrungen mitzuteilen", so Emmert.

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Kommentare
Lilia Renner 11.06.201407:27 Uhr

Stimmt so nicht

Man hat sich wieder die Argumente passend gemacht . Es ist doch bekannt : Der zufriedene Kunde geht nach Hause und es ist für ihn damit erledigt. Der Unzufriedene verbreitet seine Frust . Es ist aus dem Marketingbereich .

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