SARS-CoV-2-Diagnostik

Uniklinik Mainz setzt gegen Patientenansturm auf Chatbot

Der „GutenBot“ der Universitätsmedizin Mainz soll Anfragenden rund um die Uhr klären helfen, ob sie sich möglicherweise mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Ein Selbstversuch.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 03.04.2020, 12:31 Uhr
Uniklinik Mainz setzt gegen Patientenansturm auf Chatbot

Die „Ärzte Zeitung“ im Corona-Chat mit „GutenBot“ der Unimedizin Mainz.

© Screenshot/maw

Mainz. In Zeiten von COVID-19 setzt die Universitätsmedizin Mainz auf einen neuen digitalen Service für Patienten – um so zuvörderst einen Ansturm auf die Klinik wegen eines Corona-Verdachts vorzubeugen. Ab sofort beantwortet der Chatbot „GutenBot“ erste Fragen rund um die neue Lungenerkrankung.

„Interessierte und alle von der Situation betroffenen Personen erhalten vom Chatbot einführende Auskünfte“, heißt es von Seiten der Mainzer Unimedizin in einer Mitteilung. „Im Chat mit dem GutenBot klärt der Patient in wenigen Schritten, ob er Symptome des neuen Coronavirus aufweist – und erhält am Ende des Chats eine Risikoabschätzung, ob ein Arztbesuch empfehlenswert ist“ steht es in der Mitteilung geschrieben.

Das lädt zum Testen des „GutenBot“ ein. Der Chat lässt sich um 2 Uhr nachts problemlos mit nur einem Klick auf die blaue Sprechblase unter www.unimedizin-mainz.de aktivieren.

Verständigungsschwierigkeiten entmutigen

Im „Gespräch“ mit der „Ärzte Zeitung“ lautet die Einstiegsfrage des Redakteurs: „Habe ich Corona?“ Antwort: „Besteht mehr als eins der folgenden Symptome?

  • Fieber (>38,5°C)
  • trockener Husten
  • Kopf-/Gliederschmerzen
  • Schnupfen
  • Atemnot
  • Übelkeit
  • Durchfall“

Um den Chatbot herauszufordern, lautet die – simulierte – Antwort „Ja“ und die entsprechende Auswahlfläche angeklickt. Die Reaktion von „GutenBot“? „Ich habe Sie nicht verstanden, aber bei Themen rund um das neuartige Corona-Virus kann ich Ihnen weiterhelfen.“

Der Redakteur gibt nicht auf und simuliert: „Ich habe Schnupfen und Kopfschmerzen.“ Antwort: „Besteht mehr als eins der folgenden Symptome?

  • Fieber (>38,5°C)
  • trockener Husten
  • Kopf-/Gliederschmerzen
  • Schnupfen
  • Atemnot
  • Übelkeit
  • Durchfall.“

Nach dem Bejahen – diesmal ohne das Nutzen der Schaltfläche – kommt die „bekannte“ Antwort: Die Reaktion von „GutenBot“? „Ich habe Sie nicht verstanden, aber bei Themen rund um das neuartige Corona-Virus kann ich Ihnen weiterhelfen.“ Der Dialog lässt sich amüsant weiterführen.

Auf die letzte Frage „Muss ich zum Arzt?“ gibt es unter anderem folgenden Hinweis: „Bitte wenden Sie sich zunächst TELEFONISCH an Ihren Hausarzt/Ihre Hausärztin, um Ihre Symptome im Vorhinein zu schildern und die Notwendigkeit eines persönlichen Treffens abzuklären.“ Mit anderen Worten: Der Patient muss warten, bis seine Hausarztpraxis öffnet und bleibt – wenn er den Ratschlag des Chatbots befolgt – der Uniklinik Mainz zunächst erspart.

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