Innovationsfonds

Versperrter Blick auf Projektperlen

Der Nutzennachweis ist eine hohe Hürde telemedizinischer Prozessinnovationen, so eine aktuelle Bertelsmann-Studie.

Veröffentlicht: 07.12.2017, 05:00 Uhr

GÜTERSLOH. Nach Ansicht der Bertelsmann-Stiftung gibt es noch offene Fragen betreffs der nachhaltigen Sicherung und Skalierung telemedizinischer Lösungen in die Fläche. Generell sei der Nutzennachweis eine wesentliche Hürde telemedizinischer Prozessinnovationen, wie es in einer diese Woche veröffentlichten Analyse des IGES-Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung heißt. Das Institut hatte für die Evaluation vier etablierte Telemedizinprojekte unter die Lupe genommen.

"Einen Ex-ante-Nutzennachweis quasi im Reagenzglas gibt es für telemedizinische Anwendungen nicht. Es bedarf einer systematischen Erprobung. Und die ist in der Regel nicht nur methodisch anspruchsvoll, sondern auch aufwändig", so Studienleiter Dr. Thomas Kostera.

Während beim Innovationsfonds durch die Förderung der Projektevaluation eine Überführung in die Regelversorgung zumindest unterstützt werde, hätten es die in der Studie betrachteten Versorgungsansätze nur in Teilen und unter erheblichen Anstrengungen geschafft, sich in die Fläche zu entwickeln. "Nicht wenige Projekte dürften vor der besonderen Herausforderung stehen, dass aktuell das Gros an Aufmerksamkeit von den Innovationsfonds-Projekten gebunden wird und die Bereitschaft, darüber hinaus in Innovation zu investieren, spürbar zu sinken droht", warnen Kostera und Uwe Schwenk, Programmdirektor bei der Bertelsmann Stiftung, in ihrem gemeinsamen Vorwort zur Studie.

Für den Versorgungsalltag heißt das, dass es bisher – entgegen aller Bekenntnisse, Telemedizin fördern zu wollen – nur wenige Projekte über den Modellstatus hinaus schaffen. In ihrer Studie stellen die Autoren 15 Hypothesen zu Erfolgsfaktoren telemedizinischer Prozessinnovationen auf. (maw)

Die Bertelsmann-Studie zur Telemedizin

zum Download: goo.gl/RpJ82X

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