Dolutegravir

ViiV vergibt kostenlose Lizenzen

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LONDON. Das Londoner Pharmaunternehmen ViiV Healthcare hat eine Vereinbarung mit dem Medicines Patent Pool geschlossen, der es Entwicklungsländern ermöglicht, an günstige Nachahmer des neuen Integrasehemmers Dolutegravir (Tivicay®) zu gelangen.

Die Vereinbarung sieht vor, dass Generikahersteller für bestimmte Regionen eigene Versionen von Dolutegravir produzieren können, ohne dafür Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Die jüngste Vereinbarung ergänze ein ähnliches Agreement, heißt es, das ViiV Healthcare bereits 2013 mit dem indischen Generikahersteller Aurobindo geschlossen hatte.

Der verbilligte Wirkstoffzugang stehe damit allen afrikanischen Entwicklungsländern südlich der Sahara sowie Ägypten, Indien, Indonesien, den Philippinen, Turkmenistan und Vietnam offen.

"Das ist eine gute Nachricht", kommentierte Christoph Bonsmann, Vorstand des deutschen Medikamentenhilfswerks action medeor. "Das Medikament soll gut wirksam und verträglich sein, außerdem sind bislang keine Resistenzen bekannt. Damit kann die Behandlung von Millionen Menschen in Entwicklungsländern verbessert werden."

Das Joint Venture ViiV Healthcare wurde 2009 von Pfizer und GlaxoSmithKline zur Entwicklung neuer HIV-Medikamente gegründet. Der von den Vereinten Nationen unterstützte Medicines Patent Pool hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lizenzgebühren für Patente auszuhandeln, um die Preise antiretroviraler Arzneimittel in Drittweltländern und Armutsregionen zu senken.

Dolutegravir wurde vor acht Monaten in den USA und vor zwei Monaten in Europa zur Kombinationstherapie HIV-Infizierter Erwachsener und Jugendlicher ab 12 Jahren zugelassen. Das Mittel gilt insbesondere als neue Hoffnung für Patienten, die bereits Resistenzen gegen andere Integrasehemmer entwickelt haben. (cw)

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