Privatmedizin unter Druck

Was wird aus der PKV?

Was wird aus der PKV, falls die nächste Bundesregierung einen einheitlichen Krankenversicherungsmarkt einführt? Die Antwort auf diese Frage treibt nicht nur Privatärzte um.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:
Werk für den Papierkorb? Die GOÄ hat's nicht leicht.

Werk für den Papierkorb? Die GOÄ hat's nicht leicht.

© Illian

KÖLN. Ein einheitlicher Versicherungsmarkt — das Ende der PKV? So lautet das Leitthema des 4. Bundeskongresses Privatmedizin am Samstag, 24. November, in Köln, zu dem am Wochenende mehrere Hundert Ärzte erwartet werden. Zugespitzt wird diese Frage vor allem bei der Podiumsdiskussion zu Beginn des Kongressprogramms.

Die Meinungen zwischen Befürwortern eines dualen Systems von GKV und PKV und Anhängern eines einheitlichen Krankenversicherungsmarktes werden voraussichtlich heftig aufeinanderprallen.

Unter anderen werden erwartet: Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Gesundheitsministerium in NRW (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Thomas Drabinski, Gesundheitsökonom an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Nurettin Fenercioglu vom PKV-Verband, Bundestagsmitglied Dr. Rolf Koschorrek, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Gesundheitsausschuss des Bundestages sowie MdB Gabriele Molitor (FDP), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Klare Kante zeigt Marlies Bredehorst schon im Vorfeld des Kongresses: "Das Land Nordrhein-Westfalen lehnt ein System der Zwei-Klassen-Medizin ab und setzt sich deshalb für einen einheitlichen Krankenversicherungsmarkt in Deutschland ein", heißt es in einem Statement, das die Staatssekretärin der "Ärzte Zeitung" vorab zur Verfügung gestellt hat.

Festhalten am dualen System

Der duale Krankenversicherungsmarkt in Deutschland sei nur noch historisch zu erklären und habe sich "zunehmend überholt". Dafür spreche auch, dass sich zunehmend "Elemente von PKV und GKV immer mehr vermischen": Basistarif und Arzneimittelrabatte für die PKV, Wahltarife und Satzungsleistungen für die GKV.

Das Ziel ist laut Bredehorst ganz klar: "Mit der Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung und einem einheitlichen Vergütungssystem für Ärztinnen und Ärzte würde die Ungleichbehandlung gesetzlich und privat Versicherter beendet, schreibt sie im Vorfeld des Kongresses.

Reformbedarf sowohl bei der GKV als auch bei der PKV sieht Gesundheitsökonom Dr. Thomas Drabinski aus Kiel. Das duale System steht für ihn, anders als für die Landesregierung in NRW, nicht zur Diskussion.

"Das deutsche duale Gesundheitssystem ist seit Jahrzehnten bewährt und stellt für die gesamte Bevölkerung das medizinisch notwendige Versorgungsniveau zur Verfügung, in der PKV auch zum Teil weit darüber hinaus", hebt Drabinski hervor.

Es gehe jetzt darum, das Krankenversicherungssystem der GKV demografiefest zu machen und die PKV zu einem Pfeiler in der sozialen Marktwirtschaft weiterzuentwickeln.

Denn nur dadurch könne vermieden werden, "dass das Gesundheitssystem verstaatlicht und vereinheitlicht wird", so der Gesundheitsökonom.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übersichtsarbeit

Lipödem: Welche Therapie am besten hilft

Lesetipps
Illustration der Schilddrüse

© magicmine / Getty Images / iSt

DEGAM-Leitlinie

So sollten Sie bei Schilddrüsenknoten vorgehen

Eine Person mit zitternder Hand aufgrund von Morbus Parkinson, die ein Glas mit einem Getränk hält.

© Alessandro Grandini / stock.adobe.com

Bewegung, geeignete Ernährung, Stressabbau

Wie wichtig bei Parkinson ein gesunder Lebensstil ist