Digitalisierung

Web-Plattform soll Ärzten bei Anfragen von Versicherern helfen

Anfragen von Versicherungen zu Patienten sind in Praxen nicht sonderlich beliebt. Nun hat Rückversicherer Munich Re eine Plattform entwickelt, um Ärzten die Antwort zu erleichtern.

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Am Rechner geht es schneller und präziser als auf Papier. Das gilt auch für Antworten auf Anfragen von Versicherern.

Am Rechner geht es schneller und präziser als auf Papier. Das gilt auch für Antworten auf Anfragen von Versicherern.

© Petrik / stock.adobe.com

München. Der Rückversicherer Munich Re hat ein webbasiertes Programm entwickelt, mit dem Ärzte Rückfragen von Lebensversicherern schneller als auf Papier beantworten können. Die Anwendung „Mirapply Physician“ ist bei immer mehr Gesellschaften im Einsatz, berichtet Dr. Alban Senn, Chief Medical Officer bei der Munich Re.

„Mirapply Physician“ ist eine Plattform, die den Risikoprüfern der Lebensversicherer bei Versicherungsanträgen den digitalen Austausch mit Ärzten ermöglicht. Sie wird bislang in der Berufsunfähigkeits- und der Risikolebensversicherung eingesetzt.

Die Risikoprüfer holen über ein Online-Formular bei dem behandelnden Arzt auf Basis der Vorinformationen genau die medizinischen Sachverhalte ein, die für die Bearbeitung des Antrags noch fehlen.

„Nicht jeder Schnupfen der vergangenen 20 Jahre“

Die digitale Beantwortung der Fragen beschleunigt die Abwicklung. „72 Prozent der Ärzte brauchen weniger als 15 Minuten, 30 Prozent nur bis zu fünf Minuten“, sagt Senn, der selbst Internist und Intensivmediziner ist, der „Ärzte Zeitung“. Die präzisen Fragen erleichtern den Medizinern die Arbeit, sie wissen genau, was der Versicherer von ihnen wissen will. „Sie müssen nicht jeden Schnupfen der vergangenen 20 Jahre aufzählen.“

Die Ärzte erhalten per Brief ein Passwort, mit dem sie sich auf der Plattform einloggen und die Fragen abrufen können. Ärzte, die nicht über die Plattform antworten wollen, können das weiter per Brief tun.

„69 Prozent aller Anfragen, die über das Tool gestellt werden, werden auch darüber beantwortet“, berichtet Senn. Nach dem Start von „Mirapply“ Ende 2017 waren es 50 Prozent.

Hausärzte mit „holistischem Bild“ vom Patienten

„Wir treffen auf eine Generation von Hausärzten, die das immer mehr als selbstverständlich annehmen.“ In der Regel ist der Hausarzt nach Senns Erfahrung der richtige Ansprechpartner für die Versicherer. „Er hat ein holistisches Bild von seinem Patienten.“

Obwohl der Aufwand für die Ärzte geringer wird, erhalten sie für den digitalen Weg dasselbe Honorar wie beim analogen. Für die Versicherer ist es wichtig, den Ärzten das Leben bei der Beantwortung von Rückfragen so leicht wie möglich zu machen. „Uns ist klar, dass Versichereranfragen im Ranking von Ärzten nicht ganz vorne stehen.“ Je unbequemer die Beantwortung ist, desto länger muss der Versicherer auf eine Antwort warten. (iss)

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