Kommentar zum Medizinklimaindex

Widersprüchliche Signale

Von Hauke GerlofHauke Gerlof Veröffentlicht:

Nein, das ist kein gutes Zeichen. Der Medizinklimaindex, der im Auftrag der Stiftung Gesundheit regelmäßig erhoben wird, ist wieder stärker ins Minus gerutscht.

Wenn fast die Hälfte der niedergelassenen Ärzte mit Pessimismus auf die Entwicklung der eigenen wirtschaftlichen Lage blickt und nur wenige optimistisch sind, dann wirkt das auf den ersten Blick so, als stünde den Ärzten ein einschneidendes Ereignis bevor, das sich in der Summe negativ auswirken wird.

Doch sind die Signale aus dem Markt nicht so eindeutig, wie der Medizinklimaindex suggeriert.

Andere Umfragen der vergangenen Monate haben gezeigt, dass die Grundhaltung zum eigenen Beruf und auch zur wirtschaftlichen Lage sich bei den Ärzten langfristig eher positiv entwickelt hat.

Was stimmt denn nun? Wahrscheinlich ist, dass zum Zeitpunkt der Befragung die Forderungen der Kassen nach einer Honorarsenkung vielen Ärzten die Stimmung verhagelt haben.

Immerhin: Die Kassen haben sich im Herbst nicht durchgesetzt, große Sprünge beim Honorar wird es jedoch auch nicht geben. Fazit: Die wirtschaftliche Lage vieler Vertragsärzte ist offenbar immer noch prekär.

Wer bei ihnen noch Effizienzreserven heben will, darf sich am Ende nicht wundern, wenn der Nachwuchs knapp wird.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Unter Ärzten: Pessimismus macht sich breit

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