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Barrierefreie Digitalisierung

Wie Sehbeeinträchtigte von Apps profitieren

Blinde und Sehbehinderte profitieren im Alltag zunehmend von Sprachassistenten und barrierefreien Apps. Die Braille-Schrift bleibt für sie dennoch weiter unverzichtbar.

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Leipzig. Die Digitalisierung bringt blinden und sehbehinderten Menschen große Erleichterungen im Alltag. Es gebe inzwischen mehr als hundert barrierefreie Apps als Alltagshelfer, sagte Thomas Kahlisch, Präsidiumsmitglied im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). Barrierefreie Apps sind Anwendungen, die auch für Menschen mit Einschränkungen bedienbar sind. So kann man zum Beispiel mit der Smartphone-Kamera Beipackzettel oder Türschilder fotografieren und vorlesen lassen. Andere Apps ermöglichen, Farben von Kleidung zu erkennen.

„Sprachassistenten sind auch eine große Hilfe, vor allem für blinde Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen“, sagte Kahlisch, der hauptamtlich Leiter des Deutschen Zentrums für barrierefreies Lesen in Leipzig ist. Wichtig sei, dass die Techniker auch bei Updates der Apps die Barrierefreiheit einhielten.

Welt-Braille-Tag am 4. Januar

„Die Braille-Schrift bleibt aber unverzichtbar“, betonte der Informatiker. An die 1825 von Louis Braille entwickelte Punktschrift für Blinde erinnert jedes Jahr der Welt-Braille-Tag am 4. Januar. „Die Digitalisierung verdrängt ja auch nicht die Schrift für sehende Menschen“, betonte Kahlisch.

Er arbeitet häufig mit einer sogenannten Braillezeile, die sich über Bluetooth mit dem Smartphone verbindet. Mit diesem Gerät, das herkömmliche Schriftzeichen in Brailleschrift darstellt, können etwa E-Books oder Nachrichten gelesen werden.

„Das ist in Meetings praktisch, wenn man sich nichts vorlesen lassen kann“, sagte er. Die Braillezeile sei heute nicht mehr größer als eine Tafel Schokolade. (dpa)

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