Ärztevertreter zur Danke-Aktion

Danke, liebe Praxisteams – Gastbeiträge von Ärztevertretern

Das zweite Jahr der Corona-Pandemie liegt hinter uns – und die Praxen haben viel geleistet. Dafür bedanken sich Prof. Martin Scherer (DEGAM), Hannelore König (VmF) und Gernot Marx (DIVI).

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Ärztevertreter sagen Danke!

Ärztevertreter sagen Danke!

© Nelos / Fotolia

Ohne MFA keine Impfkampagne

Von Martin Scherer

Dr. Martin Scherer

Dr. Martin Scherer

© Tabea Marten

Liebe Medizinische Fachangestellte,

Weihnachten und das Jahresende sind immer auch eine Zeit, in der wir einander Danke sagen. In diesem Jahr gebietet sich das umso mehr, wenn man bedenkt, welche Leistungen Sie in den Hausarztpraxen dieses Landes vollbracht haben. Also: Danke, MFA!

Als Medizinische Fachangestellte sind Sie die ersten Ansprechpartnerinnen der Patientinnen und Patienten. Sie beantworten deren drängende Fragen, Sie sind für das Terminmanagement verantwortlich und entlasten die Hausärztinnen und Hausärzte, wo es geht. Das allein ist schon einen Dank wert.

Doch in der COVID-19- Pandemie hat sich das alles noch um ein Vielfaches gesteigert. Auch mit Ungeduld und Wut mussten Sie umgehen – das ist sicherlich nicht immer leicht, und so sollte es auch nicht sein!

Kurzfristige politische Entscheidungen haben ihren Arbeitsalltag immer wieder direkt beeinflusst, insbesondere hinsichtlich der Impfkampagne. Was erst am Sonntagabend verkündet wurde, mussten Sie schon am nächsten Morgen umsetzen. Auf diesen ungünstigen Umstand hat die DEGAM als Fachgesellschaft immer wieder hingewiesen und wird auch in Zukunft nicht müde, sich für die Interessen der Hausärztinnen und Hausärzte sowie des gesamten Praxisteams in der Pandemie einzusetzen.

Ohne Ihren Einsatz wären wir beim Impfen gegen COVID-19 nicht dort, wo wir heute stehen. Vielen Dank dafür!

Ihr

Prof. Martin Scherer

Der Autor ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)


MFA sind der Garant im Schutzwall

Von Hannelore König

Hannelore König

Hannelore König

© Hannelore König

Ich möchte mich bei allen Medizinischen Fachangestellten für Ihre Leistungen im Praxisalltag und besonders in der Pandemie von ganzem Herzen bedanken. Sie sind Garant im Schutzwall vor den Kliniken, hier werden 13 von 14 COVID-19-Erkrankten versorgt.

Ohne Sie wären mehr als vier Millionen Corona-Impfungen in der Woche und mehr als 60 Millionen insgesamt seit Beginn der Impfungen nicht möglich. Sie stemmen die aufwendigen Bestellprozesse und passen die Terminplanung permanent an. Sie bereiten die Impfstoffe auf, impfen nach ärztlicher Aufklärung, dokumentieren die Impfungen und rechnen diese ab. Dabei müssen Sie sich für die ständigen Änderungen der Impfstrategie und Lieferengpässe rechtfertigen.

Das ist nur möglich, weil Sie weit über Ihre Belastungsgrenze gehen. Und das alles neben der normalen ambulanten Versorgung.

Sie sind und bleiben auch in der Pandemie in der ambulanten Versorgung die ersten Kontaktpersonen für die Patientinnen und Patienten. Sie fangen die Fragen und Sorgen zu Impfungen, Quarantäneregeln und vieles mehr auf und müssen auch dann freundlich bleiben und kompetent Rede und Antwort stehen, wenn Ihnen Frust entgegenschlägt.

Sie sind die Heldinnen und Helden der Pandemiebekämpfung – auch wenn dies von der Öffentlichkeit und der Politik nur bedingt gesehen wird. Es ist mir daher eine Herzensangelegenheit, Ihnen eine Stimme zu geben und mir persönlich eine Ehre, Ihre Interessen zu vertreten. Ein Corona-Sonderbonus aus staatlichen Mitteln wäre ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung.

Die Autorin ist Präsidentin des Verbands medizinischer Fachberufe e.V. (VmF)


Pandemie ist nicht nur Intensivmedizin

Von Gernot Marx

Gernot Marx

Gernot Marx

© Henning Kaiser / dpa / picture alliance

22 Monate ohne Pause. Im Ausnahmezustand. Immer im Einsatz für die Patienten und für unsere Gesellschaft. Das ist eine lange Zeit. Und da wird der Marathon mittlerweile zum Ultra-Marathon – oder zum ganz persönlichen Iron Man oder zur Iron Woman für jede von Ihnen. Sie alle sind am Start. Und Sie alle schultern mehr denn je, zeigen unglaubliche Ausdauer.

Ich spreche hier mal ausnahmsweise NICHT von den Teams auf den Intensivstationen, die durch die Pandemie immer mehr im Fokus stehen. Nein, ich spreche von Ihnen, verehrte niedergelassene Kolleginnen und Kollegen in den Praxen – und vor allem von Ihnen, den Teams und MFA vor Ort, ohne die jede Arztpraxis schlichtweg nicht laufen würde.

Pandemie ist nicht nur Intensivmedizin. Und nicht nur Hospitalisierung. Den Grundstein der Versorgung aller Patienten legen die Haus- und Facharztpraxen. Das dürfen wir , die im Gesundheitssystem arbeiten, nicht vergessen.

Die Impfkampagne in Deutschland hat erst im Mai an Fahrt aufnehmen können, durch die Zusammenarbeit von Impfzentren und Praxen. Sie haben Millionen geimpft. Es waren ebenfalls Sie, die pausenlos am Telefon Termine gemacht und Patienten einbestellt haben, die Abläufe grundlegend ändern mussten und dafür zahlreiche Sonderschichten eingelegt haben.

Meinen größten Respekt zolle ich Ihnen vor allem für die immer und zu jeder Zeit weiterhin aufrecht erhaltene patientenorientierte Versorgung. Die menschliche Zuwendung ist nicht verloren gegangen. Es ging immer alles – trotz Pandemie. Ihren Einsatz und Ihre Leistungen gilt es deshalb heute besonders zu würdigen. Wir alle sagen DANKE! Denn jeder ist nur so gut wie sein Team. Und jedes Team ist wieder Teil des gesamten Systems.

Wir brauchen Sie. Jeden Einzelnen. Wir stehen auf Ihren Schultern. Halten Sie also weiterhin durch. Sammeln Sie Kraft an den Feiertagen und in den freien Stunden, die sich hier und dort ergeben. Wir alle werden und müssen weitermachen und gemeinsam die Pandemie bewältigen.

Der Autor ist Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)

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