Zahlen vorgelegt

PKV wehrt sich gegen Corona-Kritik

Mit Zahlen zu den eigenen Leistungen in der Coronavirus-Pandemie ist die PKV den Vorwürfen entgegengetreten, die Versicherer beteiligten sich zu wenig an den Corona-Kosten. Verbandsdirektor Reuther betont: Die Ärzte erhalten 500 Millionen Euro zusätzlich.

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Um Aufwendungen für Schutzkleidung und Hygienemaßnahmen auszugleichen, erhalten ambulant tätige Ärzte je Arzt-Patientenkontakt eine Extravergütung, betont die PKV.

Noch bis Ende September können Ärzte bei Privatpatienten analog zur GOÄ-Nummer245 (2,3-fach) Kosten für Schutzkleidung und Hygienemaßnahmen berechnen.

© Jens Büttner / dpa-Zentralbild / dpa / picture alliance

Berlin. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist Vorwürfen entgegengetreten, die Versicherer beteiligten sich zu wenig an den Corona-Kosten. Solche Vorwürfe seien nachweislich unberechtigt, sagte Verbandsdirektor Florian Reuther bei einer Online-PK am Donnerstag.

KVen, gesetzliche Kassen wie auch SPD, Grüne und Linke hatten den Privaten zuletzt vorgeworfen, sich nicht genügend an den Kosten für Schutzkleidung und Tests zu beteiligen. Reuther wies dies zurück. Die PKV leiste in der Corona-Krise sogar höhere Zahlungen als es ihrem zehnprozentigen Versichertenanteil im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung entspreche.

Die COVID-19-Pandemie sei auf eines der „besten Gesundheitssysteme der Welt“ getroffen. Diese Qualität sei auch dem dualen Krankenversicherungssystem geschuldet, so Reuther. Die PKV habe in der Pandemie „beträchtliche Leistungen“ finanziert. Ambulant tätige Ärzte etwa erhielten je Arzt-Patientenkontakt eine Extravergütung von knapp 15 Euro, um Aufwendungen für Schutzkleidung und Hygienematerialien auszugleichen.

Investitionen sind Ländersache

Mit dieser Sonderzahlung im Rahmen der GOÄ fließe Ärzten voraussichtlich eine halbe Milliarde Euro zusätzlich zu. Für die Zahnärzte kämen rund 120 Millionen Euro hinzu. Für den Ausbau von Telefon- und Video-Sprechstunden während des Lockdowns habe die PKV rund 36 Millionen Euro aufgewendet.

Am Schutzschirm für Kliniken seien die Krankenversicherer bislang mit rund 350 Millionen Euro beteiligt. Den Pflegeeinrichtungen stellten sie gut 130 Millionen Euro an Zusatzzahlungen bereit.

Dass sich die PKV nicht an pauschalen Zuschüssen etwa zur Schaffung von Intensivbetten beteilige, sei der Tatsache geschuldet, dass die Länder für diese Investitionen verantwortlich seien. Zudem mache dieser Teil nur 0,4 Prozent des Schutzschirms aus.

Reuther stellte klar, GKV und PKV seien für die Krankenversorgung zuständig, nicht aber für Corona-Tests bei symptomlosen Menschen, das Freihalten von Klinikbetten oder Boni. Diese Leistungen seien vom Staat aus Steuermitteln zu finanzieren. „Dann werden sie auch automatisch von Privatversicherten mitgetragen – sogar überproportional.“ (hom)

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