Geschäftszahlen 2021

apoBank will sieben Prozent Dividende auszahlen

Nach zwei mageren Dividenden-Jahren aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorgaben will die apoBank ihre Mitglieder jetzt kräftig am Gewinn beteiligen. Der Vorstand schlägt eine Dividende von sieben Prozent vor.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht: | aktualisiert:
Blauer Himmel über der Zentrale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank in Düsseldorf: In diesem Jahr sollen die Mitglieder wieder stärker an den Gewinnen beteiligt werden.

Blauer Himmel spiegelt sich in der Glasfassade der Zentrale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank in Düsseldorf: In diesem Jahr sollen die Mitglieder wieder stärker an den Gewinnen beteiligt werden. (Archivbild)

© ApoBank

Düsseldorf. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat auch das zweite Pandemiejahr nach eigener Darstellung gut überstanden. Die apoBank habe sich „trotz der internen und externen Herausforderungen des Jahres gut geschlagen“, so der Vorstandsvorsitzende Matthias Schellenberg bei der virtuell abgehaltenen Bilanzpressekonferenz am Donnerstag. Demnach blieb der Jahresüberschuss mit 65,4 Millionen Euro stabil – nach 65,3 Millionen Euro in 2020. Das Betriebsergebnis vor Steuern nach Reservenbildung lag mit 124,3 Millionen Euro deutlich über Vorjahr (111,2 Millionen Euro).

Nachdem die apoBank in den vergangenen beiden Jahren als direkt von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigtes Institut kaum vom Ertrag an ihre Mitglieder ausschütten durfte, sollen der aufgrund der stabilen Geschäftslage für Dividendenzahlungen thesaurierte Gewinn aus 2020 plus ein Teil des Gewinns aus 2021 nun auf einmal ausgeschüttet werden.

Matthias Schellenberg konnte auf seiner ersten Bilanzpressekonferenz einen stabilen Jahresüberschuss verkünden. (Archivbild)

Matthias Schellenberg konnte auf seiner ersten Bilanzpressekonferenz einen stabilen Jahresüberschuss verkünden. (Archivbild)

© Joerg Koch / Merck Finck AG

Erst im September des vergangenen Jahres hatte die EZB die Vorgabe zurückgenommen. Aufsichtsrat und Vorstand der apoBank schlagen daher in diesem Jahr der Vertreterversammlung eine Dividende von sieben Prozent vor. Damit würden die Mitglieder der apoBank am Geschäftserfolg 2021 und auch nachträglich am Geschäftserfolg des Jahres 2020 beteiligt. Zugleich könnten die Rücklagen und die Kapitalquote der Bank gestärkt werden, erläuterte Schellenberg.

Wechsel im Vorstandsvorsitz

Die apoBank hatte erst im März einen neuen Vorstandsvorsitzenden eingesetzt, nachdem der frühere Vorstandschef Ulrich Sommer im Dezember kurzfristig „auf eigenen Wunsch“ ausgeschieden war.

Die Pandemie habe sich nach Einschätzung der apoBank „moderat bis leicht positiv“ auf die Finanzen der Heilberufler ausgewirkt, berichtete Schellenberg in seiner ersten Bilanz-PK. Eine positive Folge für die Bank: Die Risikovorsorge aus dem operativen Geschäft ist nach Angaben des Instituts von 40,1 auf 14,3 Millionen Euro gesunken.

Wie Vorstand Holger Wessling berichtet, hat das Niedrigzinsumfeld zu einem Rückgang beim Zinsüberschuss um 8,7 Prozent auf 685 Millionen Euro geführt, dieser bleibe aber die wichtigste Einnahmequelle. Im Markt der Existenzgründunsfinanzierung von (Zahn-)Ärzten habe die apoBank einen Anteil von rund 60 Prozent, der Nettokreditbestand in diesem Bereich sei um 400 Millionen Euro gestiegen, so Wessling weiter. Insgesamt habe man 4500 heilberufliche Existenzgründungen finanziert, teilte die Bank im Nachgang mit.

Kernkapitalquote geht leicht zurück

Beim Provisionsüberschuss komme die Bank „peu à peu voran“. 2021 habe man ein Plus um 4,7 Prozent auf jetzt 193 Millionen Euro verzeichnet, das Depotvolumen sei von 10,4 auf 11,9 Milliarden Euro gestiegen, wobei die positive Marktentwicklung sicher auch eine große Rolle gespielt habe. Ziel sei es, Liquidität, die aktuell ab 100.000 Euro auch mit Verwahrentgelten belegt werde, umzuschichten in Vermögensanlagen. Deutlich gestiegen sei auch das Verwahrstellen-Volumen für institutionelle Kunden, von 22,5 auf 25,2 Milliarden Euro.

Die Kernkapitalquote ist den Angaben zufolge von 16,3 auf 15,9 Prozent zurückgegangen, was Wessling vor allem auf aggressive Angebote für Baufinanzierungen zurückführte. Mittlerweile schaue man wieder mehr auf Rendite.

Sinkende Mitgliederzahl

Die Anzahl der Mitglieder ist erstmals seit langem leicht um 0,7 Prozent zurückgegangen und lag zum Jahresende bei etwas mehr als 115.000. Tatsächlich habe man keine aktive Mitgliederwerbung betrieben. Zusätzlich könnte sich auch die IT-Migration beim Kernbankensystem ausgewirkt haben, die vor knapp zwei Jahren zu erheblichen Problemen für Kunden geführt hatte. Mittlerweile laufe die IT aber stabil, wird versichert.

Für 2022 geht der Vorstand weiterhin von einer stabilen Geschäftslage aus, auch wenn weder der Verlauf der Pandemie noch der des Krieges in der Ukraine absehbar seien hinsichtlich der Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Die Entwicklung im ersten Quartal stimme aber zuversichtlich, dass der Jahresüberschuss wieder steigen eine angemessene Dividende an die Mitglieder gezahlt werden könne.

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