Ärzte Zeitung, 07.03.2005

Pollenallergie und Asthma treten häufig als Duo auf

KÖLN (kas). Aus einem Heuschnupfen entwickelt sich nicht selten ein Asthma. Und umgekehrt besteht bei vielen Asthma-Patienten gleichzeitig auch eine allergische Rhinitis. Deshalb sollten Asthmatiker nach Symptomen der allergischen Rhinitis befragt werden, und bei Heuschnupfen-Patienten sollte nach asthmatischen Beschwerden gefahndet und gegebenenfalls behandelt werden, um eine Verschlimmerung der Krankheit zu verhindern.

Das hat Professor Claus Bachert von der Universität Gent bei einer Veranstaltung von MSD in Köln zur Zulassungserweiterung von Montelukast (Singulair®) empfohlen. Das häufig gemeinsame Auftreten von Asthma und Heuschnupfen überrascht nicht, da die relevanten Entzündungsmediatoren an den oberen und unteren Atemwegen angreifen.

Bei Asthmatikern, die zugleich an allergischer Rhinitis leiden, nehmen die Asthma-Symptome während der Pollensaison an Intensität zu. Und bei vielen Heuschnupfen-Patienten kommt es während der Pollen-Saison zu einer Hyperreagibilität der Bronchien und zu asthmatischen Beschwerden. Dies könne der erste Schritt zur Asthma-Manifestation sein, sagte Professor J. Christian Virchow aus Rostock. Tatsächlich belegen vielen Studien, daß ein Heuschnupfen das Risiko, innerhalb der nächsten fünf bis neun Jahre auch Asthma zu entwickeln, mindestens verdreifacht.

Deshalb empfiehlt die ARIA-Initiative (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma) der WHO, bei Vorliegen einer der beiden Erkrankungen auch an die andere zu denken und nach diagnostischer Abklärung ein therapeutisches Konzept für beide Atemwege aufzustellen.

Der Leukotrien-Rezeptorantagonist Montelukast mindert in einer Dosierung von 10 mg bei Asthma-Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis sowohl die Asthma- als auch die Rhinitissymptome. Daher ist seine Zulassung jetzt auf die Therapie bei Heuschnupfen bei Asthmatikern ab 15 Jahren erweitert worden.

Mit einer Behandlung sollte nicht gewartet werden, bis der Patient sich selbst meldet, sagte Bachert. Vielmehr solle man Asthmatiker gezielt fragen, ob sie an Niesreiz, Nasenlaufen oder verstopfter Nase leiden, ohne daß gerade ein akuter Schnupfen besteht, der normalerweise nicht länger als zwei Wochen anhalten sollte. Umgekehrt solle man Heuschnupfen-Geplagte fragen, ob sie vor allem nachts an Husten oder bei Anstrengung an Atemnot leiden, oder manchmal keuchende Atemgeräusche auftreten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »