Direkt zum Inhaltsbereich

Pollenallergie und Asthma treten häufig als Duo auf

KÖLN (kas). Aus einem Heuschnupfen entwickelt sich nicht selten ein Asthma. Und umgekehrt besteht bei vielen Asthma-Patienten gleichzeitig auch eine allergische Rhinitis. Deshalb sollten Asthmatiker nach Symptomen der allergischen Rhinitis befragt werden, und bei Heuschnupfen-Patienten sollte nach asthmatischen Beschwerden gefahndet und gegebenenfalls behandelt werden, um eine Verschlimmerung der Krankheit zu verhindern.

Veröffentlicht:

Das hat Professor Claus Bachert von der Universität Gent bei einer Veranstaltung von MSD in Köln zur Zulassungserweiterung von Montelukast (Singulair®) empfohlen. Das häufig gemeinsame Auftreten von Asthma und Heuschnupfen überrascht nicht, da die relevanten Entzündungsmediatoren an den oberen und unteren Atemwegen angreifen.

Bei Asthmatikern, die zugleich an allergischer Rhinitis leiden, nehmen die Asthma-Symptome während der Pollensaison an Intensität zu. Und bei vielen Heuschnupfen-Patienten kommt es während der Pollen-Saison zu einer Hyperreagibilität der Bronchien und zu asthmatischen Beschwerden. Dies könne der erste Schritt zur Asthma-Manifestation sein, sagte Professor J. Christian Virchow aus Rostock. Tatsächlich belegen vielen Studien, daß ein Heuschnupfen das Risiko, innerhalb der nächsten fünf bis neun Jahre auch Asthma zu entwickeln, mindestens verdreifacht.

Deshalb empfiehlt die ARIA-Initiative (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma) der WHO, bei Vorliegen einer der beiden Erkrankungen auch an die andere zu denken und nach diagnostischer Abklärung ein therapeutisches Konzept für beide Atemwege aufzustellen.

Der Leukotrien-Rezeptorantagonist Montelukast mindert in einer Dosierung von 10 mg bei Asthma-Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis sowohl die Asthma- als auch die Rhinitissymptome. Daher ist seine Zulassung jetzt auf die Therapie bei Heuschnupfen bei Asthmatikern ab 15 Jahren erweitert worden.

Mit einer Behandlung sollte nicht gewartet werden, bis der Patient sich selbst meldet, sagte Bachert. Vielmehr solle man Asthmatiker gezielt fragen, ob sie an Niesreiz, Nasenlaufen oder verstopfter Nase leiden, ohne daß gerade ein akuter Schnupfen besteht, der normalerweise nicht länger als zwei Wochen anhalten sollte. Umgekehrt solle man Heuschnupfen-Geplagte fragen, ob sie vor allem nachts an Husten oder bei Anstrengung an Atemnot leiden, oder manchmal keuchende Atemgeräusche auftreten.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lesetipps
Ein Arzt stellt während einer ärztlichen Konsultation und Untersuchung ein Rezept für einen Asthma-Inhalator aus.

© Goffkein / stock.adobe.com

Asthmakontrolle und SABA-Übergebrauch

Schlecht kontrolliertes Asthma: Was getan werden kann

MRT-Bild eines Schädels, das im linken Auge eine Netzhautablösung zeigt.

© James Cavallini / Science Photo Library

Aufklärung zu Risikogruppen essenziell

Netzhautablösung: Warnzeichen rechtzeitig erkennen