Allergologie

Kreuzallergien werden immer häufiger

Mindestens jeder zweite Pollenallergiker reagiert bereits auf bestimmte Obst- und Gemüsearten.

Veröffentlicht:

MÖNCHENGLADBACH. Die Zahl der Pollenallergiker, die unter Kreuzallergien leiden, nimmt nach Einschätzung von Fachleuten zu. Nach Beobachtung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) reagiert bereits mindestens jeder zweite Pollenallergiker auf bestimmte Obst- und Gemüsearten, wie etwa Birkenpollenallergiker auf Äpfel.

Experten überlegen fieberhaft, warum die Zahl der Kreuzallergien innerhalb einer Generation so zugenommen hat. Es gebe zwar einige noch nicht spruchreife Thesen und Untersuchungen, aber noch keinen Durchbruch, so Professor Ludger Klimek vom Allergiezentrum Wiesbaden.

"Ich glaube, es hängt wirklich damit zusammen, wie unser Immunsystem gefordert und gefördert wird. Aber man kennt den einen Grund nicht."

Nur sehr wenige Patienten, die zu Klimek kommen, ist dieser Zusammenhang klar: "Die allermeisten sagen: Ich kenne das Problem, dass ich Heuschnupfen habe. Jetzt komme ich, weil ich viele Nahrungsmittel nicht vertrage", sagt Klimek.

Es sei auch sehr schwierig, diesen Zusammenhang zu erkennen.Denn Kreuzreaktionen können das ganze Jahr auftreten, auch ohne Pollenflug. Außerdem ist Apfel nicht gleich Apfel, wie DAAB-Sprecherin Sonja Lämmel schildert: Es gibt Sorten, bei denen das Polyphenol herausgezüchtet wird, um die Braunfärbung beim Anschnitt zu verhindern. "Je weniger Polyphenol, desto häufiger die Allergieauslöser", sagt sie.

Auch Klimek macht deutlich, wie sehr es bei der Spurensuche manchmal aufs Detail ankommt: "Wie werden die Äpfel angebaut, wann wird geerntet. Bis hin zu Transport und Lagerung gibt es viele Einflüsse, wie sich Inhaltsstoffe und Allergene verändern.

Das macht es leider für die Betroffenen sehr kompliziert." Dazu kommen, nach Angaben des DAAB, noch andere Faktoren, die die allergischen Reaktionen beeinflussen können: Sport, Pollenflug oder Alkohol. (dpa)

Mehr zum Thema

Temperaturschwankungen nach oben

Wieso Pollen den Menschen immer mehr zu schaffen machen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: TriMaximize-Studie: Verbesserung der Lebensqualität nach Umstellung auf extrafeine Dreifachfixkombination

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [8]

Mittelgradiges bis schweres Asthma bronchiale

Bessere Kontrolle und Lebensqualität unter inhalativer Triple-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Chiesi GmbH, Hamburg
Wirksamkeit der TTFields-Therapie

© Novocure

Arztinformation – Metastasiertes NSCLC und Mesotheliom

Wirksamkeit der TTFields-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novocure GmbH, München
Neuer CFTR-Modulator bei Mukoviszidose

© Springer Medizin Verlag

Neuer CFTR-Modulator bei Mukoviszidose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

DEGAM-Leitlinie

So sollten Sie bei Schilddrüsenknoten vorgehen

„Demenz-Uhr“ erstellt

Bluttest könnte Alzheimerbeginn vorhersagen

Hilfe für Patienten und Angehörige

Palliativmedizin: Vier Tipps aus dem Versorgungsalltag

Lesetipps
Ein Arzt füllt einen internationalen Impfpass aus.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?