Ärzte Zeitung online, 26.04.2018

Pulmonale Alveolarproteinose

Therapie mit Stammzellen in Sicht

HANNOVER. Bei Patienten mit erblicher Pulmonaler Alveolarproteinose (PAP) sind Forscher einer Therapie mit induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) einen Schritt näher gekommen (Am J Resp Crit Care Med 2018; online 13. April).

Bei der seltenen, lebensgefährlichen Erkrankung sind die Alveolarmakrophagen defekt. Viele Betroffene ersticken bereits im Kindesalter.

Um die Makrophagen zu ersetzen, stellten die Forscher um Dr. Christine Happle von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) aus reifen menschlichen Zellen hochpotente iPS-Zellen her.

Sie ließen diese im Labor zu Makrophagen heranreifen, um sie dann in die Lungen erkrankter Mäuse zu transplantieren. Bei den Mäusen war das Immunsystem so verändert worden, dass es dem des Menschen ähnelte, teilt die MHH mit.

Die Stammzellen hätten sich dem Lungenmilieu angepasst, die Erkrankung habe sich gebessert. Wesentlichen Nebenwirkungen seien nicht aufgetreten.

"Ziel ist, dass unser Therapieansatz in der Zukunft zu einer Heilung dieser schwer kranken Kinder beitragen kann", wird Studienautorin Professor Gesine Hansen in der Mitteilung zitiert. Es soll möglich werden, Patientenspezifische Makrophagen herzustellen, die aus iPS-Zellen entwickelt werden.

Diese könnten nach einer Genkorrektur im Reagenzglas zu Makrophagen reifen und dann in die Lunge transplantiert werden. Derzeit sei eine klinische Studie in den USA in Planung. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Spahn bringt TSVG im Kabinett auf den Weg

16.51Das Kabinett hat den Entwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) durchgewunken. Es enthält einige Änderungen – auch für Ärzte. mehr »

Viele falsche Vorstellungen, was Krebs verursacht

Stress, Handystrahlen und Trinken aus Plastikflaschen lösen Krebs aus, denken viele fälschlicherweise. Die wahren Risikofaktoren kennt nur jeder Zweite, so eine Studie. mehr »

Die übersehene Speiseröhren-Entzündung

Lange glaubte man, die eosinophile Ösophagitis komme nur selten vor. Inzwischen zeigt sich: Es gibt immer mehr Patienten mit dieser chronischen Entzündung der Speiseröhre. mehr »