Ärzte Zeitung, 06.03.2007

BUCHTIPP DES TAGES

Beratung bei Diabetes mellitus

In Deutschland leben 15 000 bis 20 000 zuckerkranke Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. Fast alle haben Typ-1-Diabetes. Das praktisch orientierte Kliniktaschenbuch "Kompendium pädiatrische Diabetologie" liefert auf 485 Seiten Wissenswertes zur Therapie und Beratung der jungen Patienten und ihrer Eltern.

Weil eine fast normale Blutzucker-Balance die einzige gesicherte und damit wichtigste Maßnahme ist, um Folgeschäden vorzubeugen, sind Glukoseziele zwischen 60 und 180 mg/dl wichtig. Das erfordert immer eine sofortige, sorgfältige Diabetesschulung von Eltern und Kindern. Die Blutzucker-Selbstkontrolle gehört unverzichtbar dazu. Wann welche Messzeitpunkte sinnvoll sind, wird erläutert.

Die Autoren erläutern verschiedene Insulintherapien, Kriterien zur Wahl der individuell passenden Insuline, das Berechnen von Bolus- und Korrekturdosis und das Vorgehen bei Ketoazidose. Außerdem erklären sie, warum eine gute Diabetes-Einstellung in der Pubertät so schwierig ist. Sie beschreiben Ursachen, Symptome und Behandlung verschieden schwerer Unterzuckerungen und Indizien, die Hinweise auf unbemerkte nächtliche Hypoglykämien sind.

Auch Diagnose und Therapie von Folgeschäden, etwa der Ne-phropathie, werden besprochen. Spezialthemen sind der Verzicht auf Kuhmilch-Produkte in den ersten Lebensmonaten und das Zubereiten verdünnter Insuline bei geringem Bedarf. Eine umfangreiche Kohlenhydrat-Austauschtabelle ergänzt die Ernährungstipps. Wichtige Kapitel behandeln sozialmedizinische und psychologische Faktoren. Hilfreich sind die konkreten Hinweise für die ersten Arzt-Patienten-Gespräche, in denen die Diagnose mitzuteilen ist und Fragen offen und ehrlich zu besprechen sind. Grafiken und Tabellen sowie Zusammenfassungen am Ende der Kapitel erleichtern die schnelle Orientierung. (hbr)

Peter Hürter, Olga Kordonouri, Karin Lange, Thomas Danne: Kompendium pädiatrische Diabetologie, Springer Medizin Verlag., Heidelberg 2007. 485 Seiten, 24,95 Euro, ISBN 978-3-540-40059-2.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »