Ärzte Zeitung online, 11.07.2018

NOAK

Alltäglicher Balanceakt

Ein Kommentar von Marlinde Lehmann

marlinde.lehmann

Schreiben Sie dem Autor marlinde.lehmann@springer.com

Bei einer NOAK-Therapie gilt es, die Balance zwischen wirksamer Schlaganfallprophylaxe und vertretbarem Blutungsrisiko zu finden. Wird – ohne Kontraindikation – eine Niedrig-Dosis-Therapie gewählt, um Komplikationen zu vermeiden, kann dies auf Kosten der Effektivität gehen, ohne Vorteile zu bringen.

Dieses Resümee haben im vergangenen Jahr US-Forscher nach Analyse der Daten von knapp 15.000 US-Patienten mit Vorhofflimmern gezogen. Auch eine Studie der Versorgungsforschung in Deutschland legt jetzt wieder eine relativ häufige – unnötige – Niedrig-Dosis-Therapie bei NOAK-Anwendern nahe.

Experten haben das Problem erkannt und den Hinweis, wenn immer möglich die empfohlene Dosierung zu nutzen, als eine von zehn Empfehlungen zu NOAKs berücksichtigt. Wichtig ist den Autoren dieser kürzlich veröffentlichten Top-Ten-Liste auch, eine optimale Therapieadhärenz sicherzustellen.

Wer hier Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Patienten hat, kann eine Therapie mit VKA (Vitamin-K-Antagonist) in Betracht ziehen. Zumindest die neue deutsche Studie der Versorgungsforschung legt bei Effektivität und Sicherheit für VKAs sogar eine Überlegenheit zu NOAKs nahe – Folge der regelmäßigen Kontrollen in der Praxis, die eine enge Patientenführung ermöglichen?

Lesen Sie dazu auch:
Versorgungsforschung: NOAKs bei Vorhofflimmern wohl oft zu niedrig dosiert

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »