Ärzte Zeitung online, 29.09.2017

Grippe-Impfung

Vielfältige Schutz-Optionen

Kommentar von Wolfgang Geissel

Risikogruppen brauchen jetzt die Influenza-Impfung, damit sich der Schutz bis zum möglichen Beginn der nächsten Grippewelle im Dezember aufgebaut hat. Die Impfung ist wegen der begrenzten Wirksamkeit Patienten häufig schwer zu vermitteln. Aber: Influenza kann besonders bei Schwangeren, alten oder chronisch kranken Patienten sehr schwer verlaufen. Und ein Schutz von 25 bis 50 Prozent ist allemal besser als gar keiner und etwas Besseres gibt es bisher nicht.

Außerdem: Auch wenn Studiendaten dazu fehlen, ist es plausibel, dass Influenza nach der Impfung milder verläuft und dass regelmäßiges Impfen über mehrere Jahre hinweg den Schutz erhöht.

Auch das Angebot spezieller Impfstoffe gilt es zu nutzen. Diese sind etwa bei alten Menschen zu erwägen, bei denen wegen der Immunseneszenz die Wirksamkeit der Standardimpfung eher schlecht ist. So haben der adjuvantierte Impfstoff oder der intrakutane Impfstoff im Vergleich eine bessere Immunogenität. Bei Kindern und Jugendlichen mit Spritzenangst kann der intranasale Impfstoff sinnvoll sein; er wird allerdings nicht mehr präferenziell für Kleinkinder empfohlen. Der Trend geht zu tetravalenten Vakzinen: Sie decken auch den seit einigen Jahren zirkulierenden zweiten Influenza-B-Stamm ab.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Bundestag will zweite Runde für TSVG

Die erste Anhörungsrunde zum Termineservicegesetz verlief erwartungsgemäß kontrovers. Der Gesundheitsausschuss hat für den 13. Februar eine weitere Anhörung angesetzt. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »