Ärzte Zeitung, 10.09.2009

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Mehr Fakten zur Sicherheit der Impfstoffe und Adjuvantien gefragt

Wer soll gegen Schweinegrippe impfen? Wie gehe ich mit Patienten um? Diese Fragen brennen vielen unter den Nägeln.

Von Wolfgang Geissel

Zu den pandemischen Impfstoffen wünschen sich die meisten Ärzte und Apotheker mehr Informationen: knapp zwei Drittel haben in der Umfrage diesen Themenkreis angekreuzt. Besonders zur Verträglichkeit sowie zur Sicherheit der Impfstoffe mit relativ neuen Adjuvantien werden mehr Fakten erwartet.

Auch die Frage, wer bei einer Pandemie impft und wie der Impfstoff verteilt wird, brennt Ärzten und Apothekern unter den Nägeln. Dr. Jan Leidel von der Ständigen Impfkommission appelliert hier an Ärzte, jetzt die Risikogruppen wie alte Menschen und chronisch Kranke sowie Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko im Beruf gegen saisonale Influenza zu impfen.

Wer die Bevölkerung zweimal gegen den pandemischen Subtyp im Abstand von vier Wochen impfen soll, ist noch nicht abschließend geklärt. "Im Gespräch ist vor allem der öffentliche Gesundheitsdienst, der dies aber wahrscheinlich nicht überall flächendeckend zu leisten vermag", sagt der Direktor des Kölner Gesundheitsamts.

Weiterhin möchten viele Teilnehmer der Umfrage über den Umgang mit Patienten in der Praxis oder Apotheke und haftungsrechtliche Fragen bei Ansteckungen von Patienten oder Mitarbeitern, etwa Schwangeren, informiert werden. Hier sind offenbar pragmatische Lösungen gefordert.

So übt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Kritik am Robert Koch-Institut (RKI). Ärzten werde vom RKI vorgeschrieben, dass jeder Patient mit einer Temperatur von mehr als 38,5° C und Husten als Krankheitsverdachtsfall zu gelten habe. In Kinderarztpraxen gibt es aber täglich mehrere solcher Patienten. Ärzte müssen nach den Regelungen bei jedem Kranken mit diesen Symptomen Schutzkleidung anlegen, die Kinder isolieren und Verdachtsmeldungen an das Gesundheitsamt abgeben. Dies sei überzogen. Professor Fred Zepp, Präsident der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ fordert daher praktikable Lösungen.

Die meisten Teilnehmer der Umfrage wollen ihre Patienten am besten selbst über die Schweinegrippe informieren. Sie wünschen sich dazu geeignetes Material wie Flyer.

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