Mehr Fakten zur Sicherheit der Impfstoffe und Adjuvantien gefragt

Wer soll gegen Schweinegrippe impfen? Wie gehe ich mit Patienten um? Diese Fragen brennen vielen unter den Nägeln.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Zu den pandemischen Impfstoffen wünschen sich die meisten Ärzte und Apotheker mehr Informationen: knapp zwei Drittel haben in der Umfrage diesen Themenkreis angekreuzt. Besonders zur Verträglichkeit sowie zur Sicherheit der Impfstoffe mit relativ neuen Adjuvantien werden mehr Fakten erwartet.

Auch die Frage, wer bei einer Pandemie impft und wie der Impfstoff verteilt wird, brennt Ärzten und Apothekern unter den Nägeln. Dr. Jan Leidel von der Ständigen Impfkommission appelliert hier an Ärzte, jetzt die Risikogruppen wie alte Menschen und chronisch Kranke sowie Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko im Beruf gegen saisonale Influenza zu impfen.

Wer die Bevölkerung zweimal gegen den pandemischen Subtyp im Abstand von vier Wochen impfen soll, ist noch nicht abschließend geklärt. "Im Gespräch ist vor allem der öffentliche Gesundheitsdienst, der dies aber wahrscheinlich nicht überall flächendeckend zu leisten vermag", sagt der Direktor des Kölner Gesundheitsamts.

Weiterhin möchten viele Teilnehmer der Umfrage über den Umgang mit Patienten in der Praxis oder Apotheke und haftungsrechtliche Fragen bei Ansteckungen von Patienten oder Mitarbeitern, etwa Schwangeren, informiert werden. Hier sind offenbar pragmatische Lösungen gefordert.

So übt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Kritik am Robert Koch-Institut (RKI). Ärzten werde vom RKI vorgeschrieben, dass jeder Patient mit einer Temperatur von mehr als 38,5° C und Husten als Krankheitsverdachtsfall zu gelten habe. In Kinderarztpraxen gibt es aber täglich mehrere solcher Patienten. Ärzte müssen nach den Regelungen bei jedem Kranken mit diesen Symptomen Schutzkleidung anlegen, die Kinder isolieren und Verdachtsmeldungen an das Gesundheitsamt abgeben. Dies sei überzogen. Professor Fred Zepp, Präsident der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ fordert daher praktikable Lösungen.

Die meisten Teilnehmer der Umfrage wollen ihre Patienten am besten selbst über die Schweinegrippe informieren. Sie wünschen sich dazu geeignetes Material wie Flyer.

Lesen Sie dazu auch: Hoher Bedarf an Infos zu Schweinegrippe Ärzte und Apotheker wollen mehr Infos zu Schweinegrippe

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ewiges Auf und Ab der Debatte

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten