Ärzte Zeitung, 04.06.2010

Schwere Defizite bei der Kommunikation

Schwere Defizite bei der Kommunikation

BERLIN (hub). Mitte März trafen sich 85 Teilnehmer aus dem gesamten Gesundheitsbereich sowie weiterer Institutionen zu einem Workshop in Berlin. Ziel waren Diskussion und Bewertung getroffener Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung und welche Konsequenzen zu ziehen sind.

Einen breiten Raum nimmt in dem Tagungsbericht der Bereich Kommunikation ein (Bundesgesundheitsbl 2010; 53: 510). Zu recht, erinnere man sich nur an die Debatte um den Volksimpfstoff und jenen für Staatsbedienstete. Eine vorausschauende Kommunikation der Tatsache zweier bestellter Impfstoffe an sich, ebenso wie die Gründe dafür, hätte einiges an Chaos mindern können.

Offene und aktive Kommunikation ist daher auch eine der Hauptkonsequenzen, die in dem Bericht gezogen wird: "Entscheidungsprozesse der Behörden sollten vorausschauender und transparenter kommuniziert werden." Oft waren die Institutionen nicht schnell genug, so wurden etwa Infomaterialien zur Pandemie-Impfung zu spät und auch nicht weit genug verbreitet. Anzeigenschaltungen fanden erst statt, als offenkundig wurde, dass die Impfbeteiligung unzureichend ist.

Und: Von Pressebriefings der Institutionen sollen Originalaufzeichnungen und Mitschriften zeitnah im Internet bereitgestellt werden. So etwas haben die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA kontinuierlich getan. Die "Ärzte Zeitung" hat vor allem zu Beginn der Pandemie für ihre Berichterstattung auf diese Informationen zurückgegriffen. Über weitere Reibungspunkte und Konflikte, etwa zu den Impfempfehlungen, der Organisation und der Honorierung wird in dem Artikel offen berichtet. Die Lektüre lohnt sich sowohl hinsichtlich der Fehler als auch der Konsequenzen.

Lesen Sie dazu auch:
Gastbeitrag: Was aus der Influenzapandemie zu lernen ist
Schwere Defizite bei der Kommunikation
Priorisierung bei Pandemie ist nichts für Hausärzte
Zahl der H1N1-Impfungen ist noch immer im Dunkeln

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »

Urologen befeuern Diskussion um Herztoddiagnostik

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert große Reformen bei der Organspende. DGU-Präsident Professor Paolo Fornara erläutert im Interview, welche Neuregelungen seiner Meinung nach dringend nötig sind. mehr »