Ärzte Zeitung, 07.02.2008
 

Halluzinogen verwirrt Krebszellen

ROSTOCK (mut). Der Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) entspannt nicht nur Kiffer, er macht offenbar auch Krebszellen weniger bösartig. Haschischrauchen wird dadurch allerdings nicht gesünder.

Die Substanz THC war bislang vor allem durch ihre halluzinogenen Wirkungen bekannt. Die Pharmakologen Dr. Robert Ramer und Dr. Burkhard Hinz von der Universität Rostock haben jetzt in Experimenten mit Zellkulturen nachgewiesen, dass THC die Auswanderung von Tumorzellen in umliegendes Gewebe bremst und so die Metastasenbildung erschweren könnte.

THC blockiert Gewebe zersetzende Enzyme, die metastasierende Krebszellen produzieren, wenn sie in umliegendes Gewebe wandern.    Die Forscher aus Rostock hoffen, dass sich aufgrund ihrer Erkenntnisse spezielle Cannabinoide für die Krebstherapie entwickeln lassen, die mit weniger unerwünschten Wirkungen einhergehen als bisherige Arzneien, berichten sie im "Journal of the National Cancer Institute" (100, 2008, 59).

Allerdings: Cannabis-Rauchen bleibt trotzdem ungesund. Aufgrund anderer Inhaltsstoffe ist Cannabisrauch etwa 20-mal so krebserregend wie Zigarettenrauch, hat eine andere Studie vor kurzem ergeben. 

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tausende HPV-Tumoren pro Jahr sind vermeidbar

Viele Krebserkrankungen in Deutschland ließen sich durch einen HPV-Schutz vermeiden, so RKI-Berechnungen. Das Institut rät zum Impfen - das könnte auch bei Jungen sinnvoll sein. mehr »

Mit Kohlenhydrat-Tagen die Insulinresistenz durchbrechen

Typ-2-Diabetiker mit schwerer Insulinresistenz können vom Prinzip einer hundert Jahre alten Haferkur profitieren. Erfahrungsgemäß sprechen 70 Prozent der Betroffenen darauf an. mehr »

Kliniken in Nordrhein sind Vorreiter beim E-Arztbrief

Der Klinikbetreiber Caritas Trägergesellschaft West zählt zu den Vorreitern des elektronischen Arztbriefes über KV-Connect. Viele Niedergelassene sind bereits angeschlossen. mehr »