Ärzte Zeitung, 27.08.2012

Dank Studien und Registern

Krebstod bei Kindern drastisch reduziert

OXFORD (rb). Verbesserte Therapien haben die Überlebenschancen von Kindern mit Krebs dramatisch verbessert. Letztlich ist das der systematisch-wissenschaftlichen Arbeit in Studien und Registern zu verdanken, betonen britische Forscher.

Kinder profitieren von Krebsstudien und Registern

Heutzutage sind die Überlebenschancen für Kinder mit Krebs richtig gut.

© Helmut Fohringer / dpa

Die Fünf-Jahres-Überlebensraten krebskranker Kinder sind nach Angaben der britischen Children's Cancer and Leukaemia Group von 28 Prozent im Jahr 1970 auf 79 Prozent 2005 gestiegen. Ähnliche Fortschritte belegen jetzt Forscher der Universität Oxford (Annals of Oncology 2012, online 18. Juli). Sie haben Daten aus den Jahren 1978 bis 2005 ausgewertet, und zwar von 25.853 Kindern unter 15 Jahre mit Malignomen.

Ein großer Teil von ihnen hatte sich an multizentrischen Studien zur First-Line-Therapie gegen ihren Tumor beteiligt. Das Sterberisiko ging dabei pro Jahr von 2,7 Prozent bei Rhabdomyosarkomen bis zu 12 Prozent bei gonadalen Keimzelltumoren zurück.

Bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL) hatten 1978 nur 49 Prozent der Betroffenen fünf Jahre überlebt; 2005 waren nach dieser Zeit noch 90 Prozent der Kinder am Leben.

Am Hepatoblastom starben vor der ersten weltweiten Therapiestudie zwei von drei Betroffenen, heute überleben drei von vier.

Die Erfolge führen die Forscher darauf zurück, dass - abhängig von Tumorentitäten - bis zu 90 Prozent der Kinder in Studien behandelt wurden.

Ähnliche Resultate ergab eine pädiatrisch-onkologische Versorgungsstudie des IQWiG 2009 in Deutschland: Von krebskranken Kindern überleben 80 Prozent mindestens fünf Jahre; 90 Prozent werden in Studien behandelt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Schulmedizin hilft Kindern mit Krebs

Quelle: www.springermedizin.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »