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Krebsuntersuchung

Urologen wollen Zystoskopien aussetzen

Keine Blasenspiegelungen mehr bei niedergelassenen Urologen? Die Facharztgruppe probt derzeit den Aufstand.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Gestoppt: Ab Mitte November gibt es womöglich keine Blasenspiegelung mehr bei niedergelassenen Urologen – zumindest für einige Zeit, außer in Notfällen.

Gestoppt: Ab Mitte November gibt es womöglich keine Blasenspiegelung mehr bei niedergelassenen Urologen – zumindest für einige Zeit, außer in Notfällen.

© Markus Bormann / fotolia.com

Berlin. Seit knapp einem Jahr kämpfen die Urologen um eine angemessene Vergütung des organisatorischen Aufwands für Blasenspiegelungen. Ende 2018 begannen die Gesundheitsämter vor allem in Rheinland-Pfalz mit intensiven Überprüfungen urologischer Praxen hinsichtlich der Aufbereitung flexibler Endoskope.

So habe das Gesundheitsamt Ludwigshafen mehreren urologischen Praxen in Rheinland-Pfalz die Durchführung von Zystoskopien untersagt, weil die ergriffenen Aufbereitungs-Maßnahmen nicht durch externe Prüfer validiert worden waren, berichtet der Berufsverbands der Deutschen Urologen (BvDU). Seit Beginn diesen Jahres haben Urologen daher in der Region das Angebot von Zystoskopien vorerst eingestellt.

Am Wochenende hat nun der Vorstand des BvDU zum aktiven Widerstand aufgerufen. Nach der Herbstsitzung des Verbands am Samstag erging die Empfehlung an die Mitglieder, die urologische Untersuchung zur Diagnostik von Blasenerkrankungen und zum Ausschluss von Blasentumoren sowie deren Nachsorge ab Mitte November für etwa vier Wochen auszusetzen.

Zystoskopie für Niedergelassene „hoch defizitär“

Es sei noch nicht ausgemacht, ob die Aktion bundesweit gleichzeitig oder in regionalen Wellen vonstatten gehen solle, sagte eine Sprecherin des BvDU der „Ärzte Zeitung“ am Montag. In Notfällen würden die Untersuchungen auf jeden Fall vorgenommen.

Hintergrund der Aktion seien immer umfassendere Anforderungen an die Aufbereitung der Instrumente, Dokumentationspflichten und für die Ärzte kostenpflichtige externe Prüfungen. Basis der Hygieneleitlinien für die Untersuchungen sei ein eher „klinisches Setting“, wie es die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut aufgesetzt habe.

Der Aufwand zur Einhaltung der Hygiene-Standards führe dazu, dass die Zystoskopie für niedergelassene Urologen eine „hoch defizitäre“ Untersuchung sei. Lohn- und Sachkosten für eine Untersuchung von rund 130 Euro ständen lediglich 45 Euro an Honorar gegenüber. Die Sprecherin betonte, dass die Urologen keine Abstriche an der Hygienequalität anstrebten, sondern eine aufwandsgerechte Vergütung.

Patientenpetition an Gesundheitsminister Spahn

„Viele Urologen haben sich bereits an die Kassenärztlichen Vereinigungen und an die Krankenkassen gewandt, um das Problem zu adressieren – leider ohne Erfolg“, sagte Urologen-Verbandspräsident Dr. Axel Schröder am Montag.

Das Themenfeld „Hygiene und Medizinproduktaufbereitung“ werde derzeit in den Gremien der Selbstverwaltung bearbeitet, heißt es in einem Papier des BvDU. Die Untersuchungen sollten Ende 2019 abgeschlossen sein, sind laut BvDU aber noch im Gange. Im Anschluss sollen die Ergebnisse im Bewertungsausschuss der gemeinsamen Selbstverwaltung von Kassen und Kassenärzten verhandelt werden. Diese Gespräche werden für Anfang 2020 erwartet.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist mit der Angelegenheit befasst, nachdem sich Patienten mit Petitionen an das Ministerium gewandt haben.

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