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Melanom

Mehr Frauen als Männer überleben

Werden Melanome früh erkannt, dann haben Betroffene heute meist eine günstige Prognose. Bei Frauen ist die Sterberate deutlich niedriger als bei Männern, hat eine Analyse deutscher Krebsregister ergeben.

Veröffentlicht:

LÜBECK (St). Mit 16.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das maligne Melanom in Deutschland bei Frauen die fünfthäufigste Krebserkrankung, bei Männern steht es auf Platz acht.

Die Inzidenz hat sich in den vergangenen 20 Jahren vervierfacht. Da Melanome seit einigen Jahren immer früher erkannt werden, hat sich die Prognose in der Vergangenheit verbessert.

In einer populationsbasierten Studie der Lübecker Universität wurde nun untersucht, wie sich der Trend weiterentwickelt hat, und welche Faktoren möglicherweise die Überlebensraten beeinflussen (BJD 2012; online 19 Juli).

Geringste Überlebensraten bei nodulärem Melanom

Ausgewertet wurden Daten von 37.155 Patienten, bei denen zwischen 1997 und 2006 ein Melanom dia-gnostiziert worden war. Das mittlere Alter lag bei 62 Jahren.

Die altersadaptierte 5-Jahres-Überlebensrate betrug zwischen 2002 und 2006 bei Frauen 92 Prozent und bei Männern 87 Prozent. Abgesehen vom Patientenalter hing die Dauer des Überlebens auch vom histologischen Befund ab.

Patienten mit einem Lentigo-maligna-Melanom oder mit einem superfiziell spreitenden Melanom unterschieden sich in ihrem 5-Jahres-Überleben nicht von der Durchschnittsbevölkerung. Die geringsten 5-Jahres-Überlebensraten hatten Patienten mit einem nodulären Melanom (81 Prozent bei Frauen und 71 Prozent bei Männern).

Zudem waren die Überlebensraten von Tumordicke, Beteiligung von Lymphknoten sowie Entwicklung von Fernmetastasen abhängig.

Bei der Trendanalyse der Frauen ergab sich zwischen 2002 und 2006 zwar insgesamt ein Anstieg beim 5-Jahres-Überleben von 88 auf knapp 92 Prozent, doch war dieser Unterschied nicht signifikant.

Auch in den meisten anderen Subgruppen zeigte sich dieser positive Trend. Signifikant verbessert hatten sich die Überlebensquoten nur bei den über 75-Jährigen und bei Patienten mit T4-Tumoren.

Bei den Männern war allerdings ein Trend nach unten zu beobachten. Die 5-Jahres-Überlebensrate sank von knapp 86 Prozent im Jahr 2002 auf 63 Prozent im Jahr 2006. Für Männer mit T2- und T3-Tumoren war dieser Trend sogar signifikant.

Repräsentative Studie über das Saarland hinaus

Bisher wurden für Berechnungen der Krebs-Sterberaten in Deutschland immer nur die geringen Datenmengen aus dem Saarland herangezogen. Diese Studie basiert aber auf einer Gesamtheit von 40 Prozent der deutschen Bevölkerung (33 Mio. Einwohner).

wischen den elf Bundesländern gab dabei es nur geringe Unterschiede bei der Krebsmortalität. Schleswig-Holstein erwies sich als das Land mit der höchsten 5-Jahres-Überlebensrate.

Hier wurde - im Gegensatz zu Gesamtdeutschland - das systematische Hautkrebs-Screening bereits 2003/2004 etabliert.

Bundesweit lagen die 5-Jahres-Überlebensraten etwa auf dem Niveau anderer westlicher Länder wie den Niederlanden, Italien oder Schottland und deutlich höher als in osteuropäischen Ländern wie Slowenien, Polen oder Estland.

Fazit: Im Gegensatz zu den Frauen zeichnet sich im Zeitraum zwischen 2002 und 2006 für die Männer ein Trend zu einer schlechteren Prognose ab. Der Grund hierfür ist unklar.

Die Studienautoren vermuten, dass die im Jahr 2004 geänderte Klassifikation der Melanome (TNM-Klassifikation) das Ergebnis zum Teil beeinflusst hat. Allerdings hätte sich dieser Aspekt auch bei den Frauen niederschlagen müssen.

Die günstigere Prognose bei Frauen könnte zudem einerseits auf ein möglicherweise weniger aggressives Tumorwachstum als bei Männern zurückgeführt werden und andererseits seien Frauen eher bereit, Vorsorgeuntersuchungen und Therapien wahrzunehmen.

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